Re: (Recording) einfachste Aufnahmesoftware für Windows und etwas vollkommen OFF-Topic


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Beitrag von Guido vom Mai 03. 2020 um 00:04:59:

Als Antwort zu: Re: (Recording) einfachste Aufnahmesoftware für Windows und etwas vollkommen OFF-Topic geschrieben von martin am Mai 02. 2020 um 10:07:25:

Hallo Martin,

danke für Deine ausführliche Antwort zu dem Thema als persönlich Betroffener und als Lehrer. Mein Posting sollte kein Lehrerbashing sein. Als ich es dann Heute nochmal gelesen habe, kam es mir persönlich dann doch so vor. Du hast es aber anscheinend so nicht verstanden, uff. Hatte halt kurz vorher eine Dikussion über gewünschte Hard und Software die als SELBSTVERSTÄNDLICH vorausgesetzt wird und manche Leute das einfach als gottgegeben hinnehmen.

So als wenn es bald nur noch erlaubt wäre mit einem goldenen Montblanc Füller Klassenarbeiten auf handgeschöpftem Büttenpapier zu schreiben :-)

Lustig auch, die beiden Kurzen hier sind auf ähnlichen Schulen wie Deine, die eine auf einem Gymnasium (jetzt muß ich vorsichtig sein), was sich ein bißchen für was besseres hält, mit G8. Der andere auf einer Gesamtschule, die ein etwas anderes Klientel hat, G9 zum Zeitpunkt der Einschulung anbot und der Leistungsdruck geringer ist. Daher meine Wahl, da ich auf dem Standpunkt stehe G8 ist scheiße, Schule hat noch eine andere Funktion als Wissen in Schüler zu pressen und nach Bologna-Prozess optimiertem Studium (Humboldt ade) industriefähige 23jährige Robotor zu erzeugen (aber das ist ein anderes Thema).

Das Gymnasium ballert mit Aufgaben, Onlineunterricht, Abgabeterminen mit Benotung, Softwarewünschen, Hardwareansprüche usw.

Die Gesamtschule ist eine Runde zurückhaltender, mir dann schon wieder etwas zu lasch. Die haben eine Lernplattform unterteilt nach Jahrgangsstufen und einzelnen Klassen. Das ganze hat dann auch einen hochtrabenden Namen, im Grunde im Moment nichts anderes als ein ftp-Server mit Ordnerstruktur.

An der Gesamtschule vermisse ich etwas den sozialen Kontakt zwischen den Schülern und auch zu den Lehrern. Vom Klassenlehrer gabs wohl man einen Versuch meinen Sohn zu erreichen, mit unterdrückter Nummer, die drück ich aber immer weg...

Was mir noch auffällt ist natürlich der Unterschied in der Elternschaft (hui, hui, hui, jetzt bloß nicht ins Fettnäpfchen treten), um es mal positiv auszudrücken: die einen sind sehr engagiert, die anderen lassen auch mal fünfe gerade sein.

Ich sehe hier Lösungen von Corona Hausaufgaben von Schülern, da stammt die Power-Point Präsentation schätzungsweise zu 80% von wem auch immer...

ok. zurück zum Thema:

Ich werd mal Audacity installieren und ihm einfach Stoffels Tips geben (mit Youtube kennt der sich besser aus als ich) und ihn machen lassen.

Das einzige was ich nähmlich nicht machen will, ist mit ihm in unseren Proberaum zu fahren, einen unserer Techniker zu holen (ich kann den ganzen super Scheiß an Aufnahmetechnik den wir mittlerweile haben nicht mehr bedienen) und dann was zu produzieren. Das wäre dann ja so eine Power-Point Sache.

Bis zur nächsten AS Session mit Mundschutz :-)

Rock'n'Roll

Guido


: Hallo Guido,
: mir als engagierter und empatischer Lehrer geht es mir mit deiner momentanen Gefühlslage ungefähr so.
: Okay, Spaß beiseite, was mich an der Corona-Schulsituation nervt ist das ständige hin-und-her und die Ungewissheit wie es weiter geht. Bei meinen eigenen Kindern hat es mich zweimal in einem Abschlussjahrgang erwischt (10. Klasse Mittlere Reife und Abitur).
: Die Lehrer an dem Gymnasium meiner großen Tochter sind Amok gelaufen, haben die Kinder mit Aufgaben zugedröhnt als gäbe es kein morgen! Dazu haben sie mega Druck ausgeübt mit Abgabeterminen und Bewertungsdruck (obwohl das laut Schulministerium absolut verboten ist! bewertet werden dürfen nur Leistungen, die im Präsenzunterricht erbracht worden sind. Kein persönlicher Unetrricht vom Lehrer keine Noten, so sieht es nuneinmal aus!).
: An der Schule meiner jüngeren Tochter (an der ich selbst unterrichte) läuft das etwas entspannter (ist eine Brennpunktgesamtschule mit vielen Kindern aus sozial benachteiligten und bildungsfernen Familien).
: Anfangs dachtgen wir das ginge alles nur ein paar Wochen und haben den Schülern meist in den Hauptfächern ein paar Übungsaufgaben zu bereits erarbeiteten Inhalten gegeben (denn laut Ministerium darf kein neuer Unterrichtsstoff in Eigenleistung der Schüler erarbeitet und benotet werden). Manche Kunst und Religionslehrer haben dann für die ganz kleinen auch mal Aufgaben zum Bildermalen zu Ostern aufgegeben. In Musik käme ich ehrlich gesagt überhaupt nicht auf die Idee meinen Schülern Aufgaben für zu Hause zu geben (jedenfalls nicht in der Sek I, aber meine 13er waren eh mit dem Stoff durch und von denen macht auch keiner in Musik Abitur, also war das eine entspannte Situation für mich).
: Jetzt zeichnet sich ab, das wir die kleinen Jahrgänge vor den Sommerferien quasi überhaupt nicht mehr sehen werden (oder wenn dann nur für einen Tag in der Woche). Das heißt wir mussten das Distanzlernen komplett neu angehen.
: Dafür bauen wir gerade zwei Plattformen auf. EIne heißt iServ und ist ein Schulserver, der dafür sorgt, dass jeder unserer Schüler eine Emailadresse bekommt, mit der er mit seinen Lehrern kommunizierne kann. Diese Emailadressen sind von außen nicht erreichbar, also damit auch sicher vor Spam, sie dienen ausschließlich zur schulinternen Kommunikation).
: Die zweite Plattform heißt Moodle und ist fürs Distanzlernen entwickelt worden. Hier können wir unsere echten Kurse online anlegen, Aufgaben und Dateien zur Verfügung stellen, die Ergebnisse einsammeln (Schüler können einfach direkt in der App mit dem Handy ein Foto ihrer Auzeichnungen machen und hochladen).
: Obendrauf benutze ich regelmäßig Zoom-Meeting, um meine Klasse auch mal zu sehen und den sozialen Kontakt zu halten. Zoom ist vom Datenschutz her die größte Katastrophe ever, wirklich schlimm, extreeeeeeeeeem schlimm, aber dafür mega einfach zu bedienen und bietet mir sogar eine virtuelle Tafel. Es funktioniert einfach zu gut – damn...
: Tja, klingt gut, oder? Ist leider nicht ganz so, denn einige Schüler haben einfach keinen Bock auf Schule und entziehen sich wo sie nur können, obwohl sie definitv ein Internetfähiges Handy haben. Andere haben massive Probleme, sich bei den System überhaupt anzumelden, weil sie es nicht schaffen auch nur einmal ihren Namen richtig zu schreiben ohne sich zu vertippen! Ist leider so, ich übertreibe nicht. Das alles nachzuhalten und dauernd Support zu geben, Elternnachfragen zu beantworten und nach geeigenten Aufgaben/Inhalten zu suchen ist ganz schön zeitaufwändig. Trotzdem verliere ich von meinen 23 Schülern meiner 7. Klasse bestimmt 5, die ich einfach nicht erreiche und die von mir auch nicht erreicht werden wollen.
: Soweit zur Schule, zu deiner Musik-Software-Frage:
: mach es so wie Stoffel gesagt hat, einfach bei Youtube nach Beats oder Instrumentaltracks von bekannten Songs suchen, dazu einen eigenen Text schreiben und mit einem Mikro (z.B. vom Headset) aufnehmen. Fertig, mehr Aufwand würde ich da nicht betreiben, wie gesagt, darf sowieso alles nicht bewertet werden!
: Das geht bestimmt prima mit Audacity. Meine Tochter hat so etwas gerade gemacht.
: Gruß Martin




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