Re: (Gitarre) Tremolo bei Strat stimmstabil einstellen?


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Beitrag von andi-o vom Februar 14. 2012 um 08:27:34:

Als Antwort zu: (Gitarre) Tremolo bei Strat stimmstabil einstellen? geschrieben von Cleemens am Februar 13. 2012 um 22:43:35:

Moin Clemens,

Die Gitarre hat einen nagelneuen Knochensattel, der sollte also nicht das Problem sein....

bist du sicher, dass dein Sattel das selber auch weiss? :-)

Nee, ohne Flachs, 99% der Probleme beim Vintage-Trem gibts (IMHO, versteht sich!)
im Bereich Sattel-Kopfplatte. Drück mal jede Saite zwischen Mechanik und Sattel ordentlich
richtung Kopfplatte - wenn da Geräusche zu hören sind und/oder die entsprechende Saite
nicht mehr in die Ausgangsstimmung zurückkommt, muss die Sattelkerbe jeweils etwas aufgeweitet
werden.

Dann mit nem weichen Bleistift die Sattelkerben "ausmalen", Graphit hilft, bei den engen H- und
E-Saiten-Kerben einfach etwas vom Minenabrieb in die Kerbe reiben.

Superwichtig (wieder IMHO, gell!) - Saiten richtig aufziehen. Soll heissen, 1-1/2 Windungen
und gut, ich mach das so, dass ich auch bei geschlitzten Mechanikachsen die Saiten wie bei
gelochten Achsen aufziehe, d.h. ich ziehe die Saite duch die Achse, fädele sie dann an der
Achse unter der Saite durch (entgegen der Drehrichtung der Achse), so klemmt die Saite sich beim
Drehen der Mechanik selber fest...
Dann sorgfältig die neuen Saiten dehnen, die dürfen keinen Schlupf mehr an der Achse haben!

Der Stringtree ist bei den meisten Strats viel zu tief, soooviel Druck brauchen die Saiten am Sattel
niemals, den darf man, auch wenn er von Graphtech ist, auch gerne etwas höger schrauben!

Das Trem selber würde ich, wie Martin, UNBEDINGT schwebend einstellen.** Das ist Gefrickel,
da du eben erstmal die Balance zwischen Saitenstärke und Federspannung einstellen musst,
so als Richtwert: die G-Saite sollte sich um einen Ganzton nach oben verstimmen lassen,
d.h. die Grundplatte hat dann so ca. 3 mm Abstand zum Body. Beim nächsten Saitenwechsel einfach
ein Tempotaschentuch nehmen, so wies aus der Packung kommt nochmal falten und dann
den Knick zwischen Tremplatte und Body klemmen, dann ist man Stimmtechnisch schneller
am Ziel (nach dem groben Vorstimmen dann weg mit dem Tempo :-))

**(Klar, dropped D o.ä. geht dann nicht, auch nicht schnell mal auf Eb stimmen, aber richtig weich
um den Ton rumtremolieren geht mit aufliegendem Trem einfach nicht so gut, und dieses Flirren
im Ton, das eben nur Strats haben, geht dir durch ein aufliegendes Trem zum Teil halt auch
verloren...)

Das mit den äusseren 2 Schrauben runter und den mittleren 4 etwas höher hatte ich mal probiert,
konnte aber keine Veränderung irgendeiner Art feststellen - ich schau halt, dass die Unterkanten (!!!)
der Tremschrauben alle ganz exakt in der Flucht sind.


Sei noch erwähnt, dass ich dem Vintage-Trem meiner Strats so einiges zumute ;-)

Frohes Tremolieren, Grüße,

Andreas




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