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(Konzertreview) SCOTT HENDERSON BLUES BAND im Jazz Club Minden

Aloha.

Ich gehöre ja weiß Gott nicht zu denen, die viel Fusion hören und demnach auch nicht zu denen, bei denen sich Tribal Tech-Scheiben im Regal finden.

Aber eine zunehmende Schar von Weltklasse-Gitarristen wird sich bewusst, was *wirklich gute* Musik ist und besinnt sich auch bluesige Strukturen und Stimmungen. Scott henderson ist einer davon, seine letzten drei Scheiben haben mir alle recht gut gefallen.

Was gab es also gestern?

Zunächst einen leicht vergrippten Scott Henderson, der seine Suhr-mapleneck-Strat (mit verblüffend fettem Sreg-Pickupsound) über ein Bradshaw-Custom-Audio-Setup spielte. Trampelkisten (allem voran ein RC-Driver, Vibe, Eier-Chorus, TS-9) im Rack, Custom Audio-Topteil, Celestion-bestückte Marshall 4x12. Besonderheit: per Fuß gedrehte Potis für Boost und Delay, er bediente sie so oft, dass ich Miniskus-Schäden für unausweichlich halte. Von einigen sehr abgedrehten Effektsounds abgesehen maximal satt angezerrter Sound (Motto: Volume statt Gain). Mit weniger Hall und vor allem Delay hätte mir das noch besser gefallen - so rein persönlich. Scott Henderson spielt seine Soli *sehr* jazzig, teils irrsinnig schnell und immer flüssig, sehr abgedrehte Skalen, oft verblüffend wenig nachvollziehbar. Gefällt mir nicht so. Ich mag ja eher die Pentaonik-Schule. Aber: seine Akkord-Arbeit ist unglaublich! WIRKLICH UNGLAUBLICH! Nummern mir 36 verschiedenen Voicings, davon 35 mir *völlig* unbekannte. Wahnsinn. Total begeisternd. Irre. Mann war das geil. Dazu diese Hillbilly-Läufe mit 150 Oktan - ein anderes Universum. Leider war der Andrang nach dem Konzert ("Can you sign this disc for me please?") zu groß, um dem Geheimnis des fußgesteuerten Boosters im Gespräch unter Gitarristen *hüstel* auf die Schliche zu kommen.

John Humphrey am Bass hielt sich ziemlich zurück, Martin meinte, er verkaufe sich unter Wert. In ein, zwei Nummern hat er so richtig die Sau aus dem Stall gelassen (hatte er bei den schnellen Wechselschlag-Läufen wirklich kein Plektrum in der Hand? Unglaublich, er hatte keins, wie war das möglich!), ansonsten konzentrierte er sich auf's begleiten und groovte wie Sau, was bei einem Drummer wie

Kirk Convington (auch Gesang!) auch fast unvermeidlich war. Ich habe vor Jahren Dennis Chambers gesehen und dachte damals, dass das unüberbietbar geweseb sei. Nun, Kirk Convington konnte noch was draufsetzen. Mit den technischen Virtuositäten brauchen wir uns hier nicht aufzuhalten (ein TOTALES TIER am Schlagzeug und echt guter Sänger, dazu noch beides gleichzeitg), vielmehr finde ich die unbändige Spielfreude erwähnenswert. Die groove- und tempoorientierte, oft an Rainer Maria Profitlich erinnernde Gesichtsakrobatik allein war es schon wert, dafür zu kommen, kein Witz.

Die Scott Henderson Blues Band spielt mW noch einige Termine in Süddeutschland. Wer kann, sollte hin.

Ciao - ferdi

Re: (Konzertreview) SCOTT HENDERSON BLUES BAND im Jazz Club Minden

Hi ferdi,
jau - Scott ist schon der Hammer. Ich habe ihn ein paar mal gesehen und war jedes mal ziemlich, Kinnladen klappend und Mund offenstehend, begeistert. In Aschaffenburg nahm ich mal an einem seiner Workshops teil, der mich aber damals etwas überforderte - heute wahrscheinlich auch. Sein erstes Lehrvideo kann ich sehr empfehlen, um einen Hauch von dem was er so über verschiedenste Chords spielt zu verstehen. Sehr motivierend!

Grüße und auch aloha,

Rolli

Re: (Konzertreview) SCOTT HENDERSON BLUES BAND im Jazz Club Minden

meinst du das "Melodic Phrasing"? das haben sie bei MP...

No Senor! Meines eines heisst "Jazz fusion improvisation".

Gruezi,

Rolli

PS: Durch deinen Thread angeregt höre ich mal so einen alten Fusion-Klassiker der Band Player feat. Scotty und Jeff Berlin. Teilweise sehr geiles Zeugs und teilweise krude kopflastige Gedöngel. Aber Scotty überzeugt trotzdem!


Re: (Konzertreview) SCOTT HENDERSON BLUES BAND im Jazz Club Minden

n'Abend allerseits!

Kann mich der Meinung des W*b*r-Beauftragten nur anschließen: Scott ist unbeschreiblich. Der Rest der Truppe allerdings auch. Also diese Gesichtsakrobatik von Kirk Covington am Schlachwerk...großes Kino!!

Bisher bezog sich mein Erfahrungsschatz ja lediglich auf die Studioalben. Beachtil finde iach allerdings, dass Scott zeigt mit einer "unglaublichen Leichtigkeit des Seins" zeigt, dass er seine Saitenakrobatik JEDERZEIT wiederholen kann. Ist schon ziemlich ultimativ, das!

Hey Ferdi: die beiden Konzertplakate werden unseren Proberaum in Würde zieren.

Grüße nach allüberall

mako


Re: (Konzertreview) SCOTT HENDERSON BLUES BAND im Jazz Club Minden

Hi,

Hey Ferdi: die beiden Konzertplakate werden unseren Proberaum in Würde zieren.

du meinst doch damit nicht etwa auch das, welches in meinem Treppenhaus hängt und auch hängen bleibt?

Hab gerade eine Stunde lang Scott Henderson und Michael Landau im Vergleich gehört. Akkordabeit, Harmonien und auch Sounds haben unübersehbare Ähnlichkeiten. Scotty ist ob seines Hintergrundes experiementeller, Michael will wegen seiner vielen Weichspüler-Studiojobs lieber rocken. ML's Soloarbeit gefällt mir besser und den möchte ich gerne mal mit den Raging Honkies sehen. Es wird außerhalb LA wohl nicht dazu kommen.

Gehen wir zu Robin Trower? Der alte Mann und das Vibe, sozusagen...

Bis Dienstag beim Brettverkabeln!

Gruß, ferdi

Re: (Konzertreview) SCOTT HENDERSON BLUES BAND im Jazz Club Minden

Moin Ferdi,

klingt ja wirklich ganz empfehlenswert. Naja, aber is ja auch klar, wenn er Suhr-Pickups spielt *grins*

Bzgl. des fußbedienten Boosters: Könnte sein, dass er diesen kleinen Freund benutzt hat?



Hab auch schonmal mit dem Gedanken gespielt, mir sowas zu besorgen für den Gain-Regler eines Overdrive-Pedals. Aber Platz aufm Effektbrett is ja immer Mangelware...

Tja, was gibt's sonst noch zu berichten?
Lars hat seinen neuen Amp gekriegt....

BB7

....und is seeeehr glücklich damit!

Bis die Tage,
Lars


Re: (Konzertreview) SCOTT HENDERSON BLUES BAND im Jazz Club Minden

Moin ferdi,

ok, Punkt für dich mit den Kinmans. Aber Scotty erwähnt die Suhr PUs ja quasi als Referenz. Das reicht mir! *g*

Der Attack-Regler an meinem Amp regelt übrigens den Anteil negativen Feedbacks in der Endstufe.

(Feedback attenuation – controls the amount of negative feedback employed in the power amp. Negative feedback is a common guitar amplifier method to control the tightness and gain of the power amp. Too much negative feedback can cause a thin, constricted sound, and too little can cause a bloated sound. With the Fat set to minimum, a great deal of negative feedback is employed, which keeps the power amp tight with less body and gain. With the Fat set to maximum, the power amp is running "open loop" (no negative feedback), for maximum gain, body and wattage from the power amp. )

Is ne sehr feine Sache! :-)


So, muss noch nen Unterrichtsbesuch planen. :-(

Schö,
Lars

Re: (Konzertreview) SCOTT HENDERSON BLUES BAND im Jazz Club Minden

Hi Ferdi

Nun, falls dich genaueres intressiert zu hendersons gear, schau mal im Message Board nach (http://online-discussion.dhenderson.com/ScottHenderson/), dort gibt Scotty auskunft über fast alles, auch sehr ausführlich über sein verwendetes equipment... ich mag mich errinnern, dass er auch erklärt, wieso er ein knopf und kein pedal hat...

gruss

Roli