Aussensaiter Forum

Diskussionen mit neuen Beiträgen

Hier darf jeder frei heraus seine Meinung sagen, solange niemand beleidigt wird. Auf Postings von Vollidioten sinnvollerweise gar nicht erst antworten.
Extrem unerwünscht sind reine Werbe-Beiträge. Danke.

(-) Header verbergen



Übersicht

Ich mache meine Archtop lauter!

Liebe Gemeinde!

Hier jetzt die Fortsetzung von dieser Geschichte.

Der K&K-Pickup für meine Archtop kam vorgestern. Im Lieferumfang waren der vorverlötete Pickup (bzw. die Pickups) an der Endpinbuchse, eine Tube Sekundenkleber, Klebeband, ein ca. 30 cm langer Draht und eine detaillierte Anweisung auf englisch. Zusammen mit allen Tipps und Tricks hier aus dem Forum traute ich mir den Einbau zu.

Eigentlich wollte ich das in aller Ruhe morgen machen. Eben hatte ich etwas Zeit und beschloss, einfach schon einmal anzufangen und den Einbau dann eben morgen weiter zu machen. So weit kam es aber nicht.

Nach längerem Probieren stellte ich fest, dass ich mit dem kleinen Finger gerade so durch das F-Loch passte. Es gab quasi nur eine Stelle, an die ich den Pickup von innen würde befestigen können. Erst einmal verkabelte ich den Pickup mit meinem AER, presste ich die Pickups von außen auf diese Stellen und zupfte an den Saiten. Schien ausgewogen. Okay, da ich die Pickups ohnehin nicht anders befestigen kann, sollten sie halt da hin.

Ich hatte vorher noch einmal Manuels Beitrag zu dem Thema gelesen. Die Endpinbuchse passte gerade so durch ein F-Loch, hier gab es Entwarnung, der Einbau würde also einfach werden. In wenigen Minuten bohrte ich den Endklotz auf und stellte dabei fest, dass Framus da wohl Banana-Wood benutzt hat. Jedenfalls hätte ich zum Bohren auch einen Kugelschreiber verwenden können.

Nun galt es, die Buchse von innen durch das Loch zu schieben. Manuels Tipp war identisch mit dem von K&K, nämlich den mitgelieferten Draht dafür zu benutzen. Habe ich aber nicht gemacht, denn vor geraumer Zeit habe ich mir dafür mal ein Werkzeug gebaut, dass ich empfehlen kann: Ich nahm einen Klinkenstecker und demontierte mit roher Gewalt alles bis auf die „Klinke“, das Metallteil, dass wirklich in die Buchse kommt. An die Klinke lötete ich einfach einen Draht von ca. 25 cm Länge.

Die Klinke am Draht führte ich in die Gitarre ein und friemelte die Klinke dann aus dem F-Loch heraus, wobei der Rest des Drahtes immer noch aus dem Loch heraushing. Dann stöpselte ich die Klinke in die Buchse, zog am Draht und damit die (an der Klinke eingestöpselte) Buchse durchs Loch. Ich schob die Kontermutter über den Draht bis zur Buchse, schraubte die Buchse fest und zog die Klinke aus der Buchse heraus. Fertig.

Dann habe ich erst einmal probiert bzw. geübt, die Pickups von innen an die Decke zu pressen – noch ohne jeden Kleber o.ä. Nach ein paar Versuchen ging das doch deutlich besser. Nun das mitgelieferte Klebeband zuschneiden und mit dem mitgelieferten Sekundenkleber an die Pickups kleben. Die Folie vom Klebeband abziehen, kleinen Finger durch das F-Loch friemeln, den ersten Pickup von unten an die Decke pressen, klebt. Fein. Das gleiche noch mal mit dem anderen Pickup auf der anderen Seite, fertig.

Verstärker anwerfen, verkabeln, aufdrehen, spielen – verflixt, was ist verkehrt? Gar nichts. Lediglich der Output der Pickups ist nicht besonders hoch und der verstärkte Sound ist SO nah am akustischen, dass erstens nicht so sehr viel aus dem Verstärker kam und ich zweitens glatt das, was aus dem Verstärker kam, nicht als verstärktes Signal wahrgenommen habe! Als ich den Verstärker nämlich weiter aufdrehte, war ich schlicht begeistert. Es klinkt exakt so wie die Gitarre eben klingt. Nur lauter. Allerdings mit allen Nebengeräuschen, Saitenrutschen, Anschlagsgeräusch etc. Das wird noch eine Herausforderung!

Für den gesamten Einbau habe ich vom Zusammensuchen des Werkzeugs bis zum Aufräumen des Arbeitsplatzes nach dem Testen eine knappe Stunde gebraucht. Der Einbau war absolut problemlos.

Mein erster klanglicher Eindruck ist sehr positiv, allerdings werde ich wegen des eher geringen Outputs noch mit Preamps experimentieren. Ein ausführlicher Test und Erfahrungsbericht folgt natürlich.

Gruß

Matthias

der ausführliche Soundcheck meiner lautgemachten Archtop

Liebe Gemeinde!

Heute habe ich meine elektrifizierte Archtop dann man in aller Ruhe an meinen AER-Monitor gehängt, aufgedreht, gespielt und gehört.

Das System ist ja passiv, da kommt nicht so sehr viel Signal raus. Ich habe einen BOSS-EQ-Bodentreter als Preamp benutzt, das funktionierte ganz ordentlich. Zum Glück rauscht oder brummt der Pickup absolut nicht. Das ist schonmal sehr schön.

Der Pickup macht wirklich alles lauter, was an und auf der Gitarre passiert. Klopfgeräusche auf der Decke, Rutschen auf den Saiten, das Aufsetzen der Finger auf dem Griffbrett bei Hammer-ons, wird alles laut. Die schwingenden Saiten zum Glück aber auch! Dabei stimmt auch das Verhältnis von Saiten und Nebengeräuschen, die Saiten werden einigermaßen gleichmäßig übertragen. Auf jeden Fall kann man mit dem Pickup leben und arbeiten.

Die kleine Framus knallt. Sie ist alles andere als eine weich und schmusig klingende Gitarre, eher der Typ aggressiver Mittenwerfer ohne allzu viel Sustain. Mit ihr alleine Musik zu machen, ist daher nicht ganz einfach. Im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten ist sie aber immer bestens zu hören. Dieser etwas harsche Ton und die Nebengeräusche führten anfangs dazu, dass ich sehr skeptisch war. Aber das etwas kratzbürstige Ergebnis liegt nicht am Pickup sondern an der Gitarre. Hier werde ich wohl auch noch mit den Saiten experimentieren müssen.

Etwas heikel ist das Thema Feedback. Eine wirklich akzeptable Lautstärke konnte ich erst erreichen, als ich eine D.I.-Box mit Notchfilter benutzte, die die böseste Frequenz rausfilterte. Das ging übrigens mit dem BOSS PQ-3B auch ganz gut (parametr. EQ für Bass, nur noch gebraucht zu bekommen).

Fazit: Einfach einzubauen, nahezu lineare Verstärkung mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Das Ergebnis ist bei meiner Gitarre schon recht ungewöhnlich. Nicht für jedermann.

Noch Fragen, Euer Ehren?

Gruß

Matthias




Re: der ausführliche Soundcheck meiner lautgemachten Archtop

Hi Matthias,

zunächst: Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Einbau der PU's in deine Klampfe. War doch gar nicht so schlimm, oder?

Was die Verstärkung der Nebengeräusche angeht, wirst du solche Nebenerscheinungen bei Piezo-Systemen, die auf oder unter die Gitarrendecke geklebt werden, immer haben. Zeitweise hat das Geräusch der über die Saite streichenden Finger ja auch seinen Charme (oft nervt es aber leider auch).

Trotzdem, viel Spass weiterhin mit dem Instrument.

Keep rockin'
Kai-Peter

Re: der ausführliche Soundcheck meiner lautgemachten Archtop

Hallo Kai-Peter,

: Was die Verstärkung der Nebengeräusche angeht, wirst du solche Nebenerscheinungen bei Piezo-Systemen, die auf oder unter die Gitarrendecke geklebt werden, immer haben.

Ach wirklich? Die sind alle so geräuschempfindlich? Alle Tonabnehmer mit Piezo? Die klingen auch alle gleich, richig? Und bei E-Gitarren? Die klingen doch gar nicht ohne Strom oder? Aber da klingen doch alle magnetischen auch gleich, oder? Wenigstens diese dünnen und die dicken, oder?

Ich liebe es, wenn man mich für etwas beschränkt hält.

Mahlzeit

Matthias

Re: der ausführliche Soundcheck meiner lautgemachten Archtop

Hi Matthias,

weißt du, das liegt einfach daran, dass der Sound bei der E-Gitarre ja direkt durch das Stromkabel kommt. Darum klingen Gitarren mit rotem Kabel auch viel besser als die mit schwarzen Kabeln. Blaue Kabel hingegen machen einen sehr lauten Sound. Und wenn du so klingen möchtest, wie die Gitarristen, die du immer im Fernsehen siehst, steckst du einfach gar kein Kabel in die Gitarre (ist im Fernsehen auch immer so). Dicke, große Gitarren sind natürlich auch viel lauter als kleine, dünne Gitarren. Ist doch klar, oder? :-))))

Keep rockin'
Kai-Peter
(der auch nicht genau weiß, warum er diesen Beitrag geschrieben hat)