Tachchen,

ich hatte es ja schon das ein oder andere mal erwähnt und ein paar von Euch haben auf der letzten Duisburg-Session ja auch mal einen Blick reingeworfen: das kleine Tonstudio im CW ist mittlerweile einsatzbereit.

Gestern haben wir einen ersten Probelauf gestartet, ich bin sehr angetan vom Ergebnis, aber der Reihe nach. :-)

Folgende Situation stellte sich: es gibt momentan erstmal zwei Leute, die das Studio "bedienen" können sollen, einen Musiklehrer (Peter), der auch ein recht großes Musicalprojekt in der Schule betreut und mich.

Gestern abend haben wir dann mit Hilfe von ein paar Fraggles :-), die spielen sollten (meine alte Band) und einem angeheuerten Bekannten (Thomas), der sich mit der Materie bestens auskennt, im Rahmen einer Schulung mal versucht einen Song komplett aufzunehmen, mit anschließendem Brennen auf CD.

Am Montag haben wir das Stück, welches wir seit einigen Jahren nicht mehr gespielt haben, 3 mal durchgespielt. Alle 3 Durchgänge waren besch§"&%7eiden. Danach haben wir ein paar Becken, das Basstopteil und meinen Amp + Effekte schonmal schnell ins Studio geräumt und uns auf Dienstag vertagt.

Gegen 19.00h trafen wir uns dann, haben alles soweit vorbereitet, also Bassamp per DI direkt ins Pult, meinen Kitty per SM57 und das Drumset mit 1 Overhead, ein Mikro an die Hihat und eins an die Snare (dazu gleich mehr), dann noch für jeden einen Kopfhörer, das war es eigentlich soweit. Für die Bassdrum, anfangs noch die Snare und die Toms haben wir das E-Drumset genommen.

Zum Warmspielen, erstem Einpegeln und für den Kopfhörermix haben wir dann 3 verschiedene Songs gespielt.

Danach konnte es dann losgehen, Achtung Aufnahme! :-)

Wir spielten unseren Song live ein und wollten den ersten Take dann erstmal als Piloten, bzw. Orientierungsspur für die nachher einzeln einzuspielenden Parts nehmen.

Nachdem wir durch waren, war ich erstmal positiv überrascht, es klappte recht gut. Ganz im Gegensatz zum Montag. :-)

Leider ist kurz vor Schluß die Snare vom E-Drumset ausgefallen, daher mußte unser Drummer zuerst ran, holte seine fette Holzsnare, die haben wir dann noch schnell mikrofoniert und spielte seinen Part nochmal komplett ein. Es gibt wohl leider einen Wackler an der Klinkenbuchse der E-Drumsnare, muß ich mir nachher mal ansehen.

Danach erstes Anhören. Natürlich fanden sich in den Drummikros auch Anteile der Gitarre, ebenso im Gitarrenmikro etwas Schlagzeug und im Gesangsmikro war auch ein wenig von den Drums und der Gitarre zu hören. Aber zum einen wollten wir ja nur mal einen Testlauf machen und zum anderen nehmen ja auch viele Profis bewußt so auf, denn das kann auch durchaus seinen Reiz haben, der Sound ist dann nicht mehr so furztrocken.

Peter ist Keyboarder, bzw. Pianist, am liebsten spielt er Klavier, Orgeln und bereuht es heute noch, daß er damals seinen Minimoog verkauft hat. Also baten wir ihn, schnell noch etwas drüberzuorgeln, 3 mal Refrain, einmal kurzes Solo. Wir haben ein Keyboard genommen, es per Midi angeschlossen, ein Hammond-Plugin ausgesucht und dann hieß es für Peter: Achtung Aufnahme! :-) Die Refrains waren kein Problem, das Solo muß die Tage nochmal wiederholt werden, da war er selbst nicht mit zufrieden. Aber zum Testen des Studios war uns das erstmal egal.

Also haben wir beschlossen, nicht weiter einzuspielen, sondern mit dem Mix zu beginnen, um zu sehen, wie es wird, schließlich könnten wir ja jederzeit nochmal den Gesang neu drüberjagen, oder die Gitarre usw. Alles liegt ja im Rechner und ich könnte mir ja jederzeit z.B. meinen Pod schnappen und direkt im Regieraum schnell meinen Part neu einspielen, ebenso der Bassist, der Sänger, die Möglichkeiten sind ja fast unendlich. Und wie gesagt, Peter muß nochmal ran. :-)

Es stellte sich aber heraus, daß wir schon zufrieden waren. Thomas, der Fachmann, wußte im Gegensatz zu mir, wie man z.B. einen Compressor richtig einsetzt. :-) Mit nem Dynacomp an der Gitarre komme ich ja auch noch zurecht, aber Effekte bei einer Produktion ist natürlich eine Kunst. Aber das wissen wir natürlich alle, da hilft nur Üben und Erfahrung sammeln und einen Fachman neben sich zu haben.

Also klickte Thomas mal hier, mal da, drehte an virtuellen Potis und verbog hier was und da was. Sehr fein. :-) Am Schluß dann noch den Pegel auf fettes Maß anheben und dann haben wir gebrannt. :-)

Das Ergebnis klingt schon richtig gut und wenn man bedenkt, daß wir insgesamt nach 5 Stunden fertig waren und ich das nun mit unserer alten Version vergleiche, die wir damals in einem "richtigen" Studio aufgenommen haben, dann bin ich erstmal baff.

Relativieren muß ich natürlich auch, denn Thomas ist sehr gut in seinem Job und wenn jemand eine "richtige" CD produzieren will, dann würde ich ihn jederzeit zu Thomas in sein Studio schicken, mit ruhigem Gewissen. :-)

Aber das ist und kann ja auch nicht unser Ansatz sein, wir wollen mit dem Studio schulische Projekte erleichtern/ermöglichen und lokalen Bands die Möglichkeit bieten, für kleines Geld ein akzeptables Demo zu erhalten.

Und ich würde sagen, das ist machbar. Für mich bedeutet das allerdings einen enormen Fortbildungs- und Einarbeitungsaufwand, aber da freue ich mich drauf.

Wenn wir bereit sind, für die ersten Bands, werde ich mich melden. :-)

aussensaitigst

Jochen