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(Meinung) Die Probe (Teil 2)

Weiter geht's mit den Vorschlägen zur produktiven Probe. (Ich werd' die Anregungen von anderen Postings hier mit reinwurschteln.)

Erstmal noch zur Erklärung, was ich unter produktiv (Danke, Bernd) verstehe: Eigentlich ganz simpel - wenn ich das Gefühl hab', mit der Probe keine Zeit vergeudet zu haben. Dieses kann natürlich durch mehrere Faktoren geschehen: 'n neues Lied ist fertig geworden, der Chorgesang passt jetzt, der Drummer hat 'n paar geile Breaks gespielt, ... oder es hat einfach tierisch Spaß gemacht.

Jetzt zur Sache mit dem 'schlecht drauf sein': Passiert jedem, ist man nicht gegen gefeit - aaaaber:
Was gibt's denn besseres, als Musik zu machen, um irgendwelche Probleme mal 2 Stunden zu verdrängen? (Vorausgesetzt, der Grund für miese Laune ist nicht 'ne miese Probe - das versuchen wir ja mit diesen Vorschlägen auch zu vermeiden.)
Sollte das persönliche Problem wirklich so doll schlimm sein (Viagra-Packung is' leer, man stellt fest, der geile Feger von letzter Woche is' 'n Mann, usw.) - dann lieber die Probe absagen oder gleich in die Kneipe gehen.

Nochmal was zu den Einzelproben (Danke, Matthias): Ich hatte ja das beliebte Beispiel Drummer und Bassist genannt - das gleiche gilt natürlich auch für andere Bandmitglieder. Ganz wichtig: Gesang und vor allem Chorgesang mit der kompletten Band zu üben ist 'ne Qual. Also, her mit der Akustischen oder dem Klavier - mehr ist absolut nicht nötig. Die Sänger hören sich besser, die Stimme wird geschont, beim Abbruch braucht nur ein einzelnes Instrument aufzuhören. (Kennt ihr wahrscheinlich auch: man selbst hört auf, Gitarre zu spielen weil was nicht stimmt - ungefähr 18 Takte später hört dann der Bassist auf, weitere 24 Takte später endet auch der Drummer mit einem verwirrten Blick auf den Bassisten ... ;-)))

Was ist das wichtigste Hilfsmittel bei Proben? Ich hör' schon alle laut rufen "'n Kasten Bier!!" Ok, ich seh's ein - was ist das zweitwichtigste Hilfsmittel bei Proben? Ein Kassettenrekorder für 49,50 DM ! (Zum Allohol hab' ich später noch was zu sagen.) Es geht hier nicht um Mitschnitte für's nächste Demo, also scheiß auf den Sound, aber wer behauptet, bei der Konzentration auf's eigene Instrument alles andere auch mitzukriegen, is'n Lügner. (Ich red' hier nicht von Brachialfehlern.)
Kleines Beispiel der eigenen Band (diesmal die Schlagerband): Akustikklampfe und vier Leute Chorgesang. Stimmen wurden rausgesucht und die entsprechenden Parts ungefähr 8 Milliarden Mal gesungen. Subjektiver Eindruch der Sangesbeteiligten vor der Kassettenrekorderanhörung: Klasse, geil, fetter Sound.
Eindruck nach der Kassettenrekorderanhörung: Uuups!
Was war gescheh'n? Die Stimmen waren richtig gesetzt, jeder hat auch tonal richtig gesungen aber wir waren nicht richtig synchron - hat während des Singens keiner bemerkt. Ich bin eigentlich alles andere als ein Milimeterficker, aber nach Beseitigung dieses Schwachpunktes klang es dann wirklich 'klasse, geil, fetter Sound'.
Wir lassen den Rekorder übrigens die ganze Zeit laufen, also auch, wenn nicht gespielt wird. (Ich hör`s mir dann immer morgens im Autoradio auf der Fahrt zur Arbeit an.) Am auffälligsten: Kaum ist das Lied fertig, fängt unser Basser an mit der Sängerin zu quatschen, der Drummer labert mit dem Keyboarder, der zweite Gitarrist schäkert mit der zweiten Sängerin und ich versuch krampfhaft der Wand zu erzählen, daß vor der Refrainwiederholung doch noch 'nen Halbtonerhöhung kommt ;-) Is' ja an sich nichts schlimmes, aber irgendwie geht die Konzentration flöten, manchmal muß man alles dreimal wiederholen bis es jeder mitgekriegt hat und es kostet Zeit. (Buysevai: ich schließ mich persönlich nicht von dieser Marotte aus, vor allem wenn unsere Sängerinnen mal wieder etwas kürzere Kleidchen tragen ;-))

Ein weiteres Hilfsmittel sind natürlich (falls vorhanden und bei der Probe einsetzbar) Midi-Versionen von Songs. Selbst wenn man nur eigene Lieder spielt, kann man zum Üben auch ruhig mal irgendein vorhandenes Stück nehmen. Und dann geht's los: Music Minus One. Midi starten, aber ohne Schlagzeug (oder ohne Bass, ohne Gitarre, ohne Keyboard usw.). Bei dieser Methode werden gnadenlos (vor allem Timing-) Schwachstellen aufgedeckt. Von wegen Kosten: 'n ollen 486er mit 'nem 14 Zöller kriegt man heutzutage fast geschenkt, im Internet gibt's Millionen von teilweise erstklassigen Midi-Files, selbst 'n gebrauchten Hardware-Sequenzer (QY20 o.ä.) gibt's für den Preis zweier Kabelmonster (oder wie immer die heißen ;-))

Jetzt nochmal zum Allohol (bin selbst kein Antialkoholiker) bzw. Drogen (hab' ich, außer Zigaretten, nix mit am Hut): Sollte eigentlich jedem klar sein, isses aber leider nicht - ein einziger zugesoffener oder zugekiffter Mucker schmeißt die komplette Probe. (Sind alle dran beteiligt, war's vielleicht 'n lustiger Abend, rein probetechnisch hat's bestimmt nichts gebracht.) Sex and a few beers and rock'n'roll - bin ich sofort dabei, wenn die ersten Sprachstörungen auftreten pack' ich meine Gitarre ein und geh'. Wenn sichs nicht ändern läßt, bleibt als Konsequenz leider auch nur der Rausschmiß.

Damit jetzt nicht jeder denkt, ich wäre der große Rausschmeisser: oft kann auch schon die ernsthaft vorgetragene Androhung eines Rausschmisses Wunder wirken.

So, das war's für heute, nächster Teil folgt.

Oly


Re: (Meinung) Die Probe (Teil 2)

Hi Oly,

sprichst mir aus der Seele - vergessen sollte man auch nicht, daß sich jeder gut vorbereitet.

Geht natuerlich mit Coversongs leichter, aber es sollte jeder den Anfang, Ablauf, Harmonien (in was haben wir das letztes Mal gleich gespielt????), Schluß etc.. wissen.

Probe sollte ja nur dazu da sein, das "einzeln" erarbeitete in eine groovende Band einzufuegen - oder?

Dann geht's schneller und macht mehr Spaß.

Gruß

Klaus



Sach ma, Oly.....

....wie lange bist Du denn morgens zur Arbeit unterwegs, daß Du Dir die ganze Probe vom Vortag nochmal anhören kannst ;-))

Im Ernst - das mit den Aufnahmen stimmt natürlich. Irgendwie scheinen die Ohren - bzw. das was zwischen ihnen sitzt - beim Live-Spielen unkritischer zu sein als beim Abhören einer Aufnahme. Nur wenn man es "schwarz auf weiß" vom Band nochmal hört, bekommt man richtig mit, wo die kritischen Stellen sind. Man hört wo Basser und Drummer nicht zusammen sind und manchmal lassen sich sogar Gitarristen nach dem Anhören eines Tapes davon überzeugen etwas leiser zu spielen.

Zu üben, ohne sich zumindest ab und zu aufzunehmen, ist wie sich Kämmen ohne einen Spiegel zu benutzen. Oft haut es hin, aber es gibt Tage da....;-))

Zum Thema Proben fällt mir jetzt noch was anderes sein, aber da schreibe ich einen Extra-Artikel.

UNDSIEFINDETSTATT
Bernd

Re: Sach ma, Oly.....

: ....wie lange bist Du denn morgens zur Arbeit unterwegs, daß Du Dir die ganze Probe vom Vortag nochmal anhören kannst ;-))

Wenn's gut läuft, d.h. keine IAA oder irgend 'ne andere Messe, brauch hin und zurück jeweils 'ne halbe Stunde. Macht zusammen fünf Stunden Autofahrt pro Woche - ich kann die Kassetten sogar zweimal hören ;-)

Ich muß nur immer aufpassen, daß meine Freundin sie nicht in die Finger kriegt und eventuell mal reinhört ;-)))

Gruß

Oly