Hallo zusammen,
ich beginne am Schluss. Als ich am Samstag abend um halb sieben (hoffenlich) allen Tschüs gesagt hatte und meine Sachen zusammenpackte, breitete sich in mir ein süßsaures Gefühl aus, eine Mischung aus Freude und Wehmut.
Wenn eine Gruppe von Leuten einige Tage miteinander verbringt und die zwischenmenschliche Chemie stimmt, dann kann es - zumindest mir - passieren, dass ich mir am Ende dieser Tage gar nicht richtig vorstellen kann, bald schon wieder in alle Himmelsrichtungen verstreut zu sein. Ein Auseinandergehen, die Rückkehr ins "normale" Leben erscheint undenkbar. Das ist eine tolle, harmonische Erfahrung, und ein wenig davon konnte ich am Freitagabend spüren.
Ich glaube, wäre ich bis zum Sessionende bei Euch geblieben, wäre dieses Gefühl um so stärker gewesen. Ich bin ja ein Typ, der ein bisschen Zeit braucht, in Gegenwart unbekannter Menschen so richtig locker zu werden, daher war es für mich doppelt ärgerlich, schon früher wieder abreisen zu müssen. Dieses zwiespältige Gefühl bei der Abreise, dass mir die Session eine Menge Spaß gemacht hat, aber dass da auch noch ne Menge mehr gegangen wäre, ist Anlass für den Beitragstitel.
Es wäre auch dann noch ne Menge mehr gegangen, wenn ich nicht so ein verdammter Anfänger auf dem Griffbrett wäre. Es gab schöne musikalische Momente für mich, aber auch einige wenige frustrierende Situationen, in denen ich on Stage einfach nicht mehr mitgekommen bin und froh war, den Lautstärkeregler nach links schrauben zu können. :-) Das ist KEINE Kritik an meinen Mitmusikanten, sondern allein Motivation für mich selber, mal zielgerichteter zu üben! :-)
Angesprochener Lautstärkeregler hing an einem orangefarbenen Amp, und ich möchte Michael ganz herzlich dafür danken, dass ich mich darüber austoben durfte! Das war sowieso eine sehr nette Begrüßung seinerseits, ich war schnellstens mit Infos über Amps, Bier und sonstige Kleinigkeiten informiert. Und es ging gut weiter. Schnell stand ich unter Leuten und hatte ein Bier in der Hand.
Doch ich will jetzt nicht die ganzen etwa 24 Stunden nacherzählen. Ich freue mich darüber, so freundlich aufgenommen worden zu sein und erinnere mich gern an die Gespräche über Detmold, musikalischen Smalltalk, Walter Röhrl, die biochemische Reaktion von Chili, Nervosität, Tony Levin, Kugelsitzbezüge, geputzte Drums, verlorene Nicknames und so weiter. Ich erinnnere mich auch gern an alle musikalischen Tips, die ich erhalten habe, so z.B. von Michl, Gypsy und ibanizer, und werde damit arbeiten.
In besonderem Gedenken werden mir zwei Sachen bleiben: Erstens die "150 Minuten Stuhlkreis", ein gut strukturierter, toller Workshop, der mir nie langweilig wurde, und bei dem ich nicht nur viel über Mollpentatoniken über Durtonarten, über Musikbusiness und Nylongitarren gelernt habe, sondern - mir noch wichtiger - auch viel über die Menschen, die neben mir saßen.
Zweitens ein kleiner aber feiner Jam mit Martin, Gypsy und Co., an dessen Ende Martin euphorisch ausrief, er habe nie gedacht, dass man über E, G und D so geil solieren könnte. Leute mit ganz unterschiedlichen musikalisch-gitarristischen Niveaus hatten gemeinsam was Schönes gemacht, und das war einfach ein wunderbares Gefühl.
Nochmals danke. Alles Gute,
Klaus