....und doch Daheim!

Bei einem gemütlichen Glas *groß* "Rotkäppchen" (als Hommage an die eben verlassene Region), sitze ich hier und will versuchen das vergangene Wochenende Revue passieren zu lassen.
Gleich vorab: Ich werde keine Tippfehler korrigieren, dazu hab ich keinen Bock, weil der Bericht wahrscheinlich etwas länger wird.

Nach fünfeinhalb Stunden Autofahrt und ein paar Umwegen, bin ich angekommen. AWO-Wanderheim in Grimme! Ich will nicht verhehlen, dass ich seit der Wende zum ersten Mal im Gebiet der ehemaligen DDR bin. Schon die Fahrt nach Grimme war von zwiespältigen Emotionen und Eindrücken geprägt. Vieles ist getan worden, vieles muss noch getan werden. Aber egal, ich komm nicht um Politik zu machen, sondern um Freunde, die ich kenne oder auch nocht nicht kenne, zu treffen und ein schönes Wochenende zu verbringen. Tja, und genauso kam es dann auch.

Schon bei der Ankunft jubelte mir ein fröhlich winkender Uli zu und dirigierte mich zum "Ausladen". Erstmal begrüssen, nicht freundlich, nein, herzlich als kenne man sich schon seit Jahrzehnten! Wonder, Cleemens, Christian, Stooge, Uli etc. und vor allem Angela. Da war es wieder, dieses Gefühl von, nein nicht Freiheit und Abenteuer, sondern von "daheim sein", von Gemeinsamkeiten, von gegenseitiger Akzeptanz und Verständniss. Wenn ichs nur erklären könnte!

*Moment, mal eben noch ein Glas Sekt holen.*

Ich wusste vorher schon: Wolfgang, Du wirst wieder zuviel rauchen, zuviel trinken, zu wenig essen, zu wenig schlafen, deine Ohren quälen, rundum ungesund leben! Aber man gönnt sich ja sonst nichts.
Also die Herz-, Blutdruck-, Cholesterin- und Zuckerpillen eingeworfen und los gehts.

Wie immer wars am Freitagabend "ZU LAAAAAUUUT"!!! Uli drückte mir mit seinem Engl zu vorgerückter Stunde den, bis dahin schon angestiegenen, Alkohlspiegel kräftig nach unten! Hatte ich wieder Platz für mehr. Desgleichen Jochen, der mit Jürgen, ESPedro, Pepe und Wilfried (jemanden vergessen?) erst nach stundenlanger Staufahrt eintraf. Sein Zottel II hat die Eigenschaft den Mageninhalt derart zusammen zu pressen, dass locker noch Platz für ein Pferd ist, inklusive Kutscher!

*Glas schon wieder leer*

Nun gut, der Freitag verlief in trauter Mehrsamkeit bis in die frühen Morgenstunden. Der Hammer kam dan gegen "NEUN UHR"!!!
Ein frohlockender, fröhlicher, aufs beste gelaunter Uli stand in der Tür des, überaus gemütlichen, Pavillons, in dem ich geruhte zu schnarchen, und gab ein wenig verhaltenes: "FRUCHTZWERGE?" von sich! Bar jedes Anzeichens von alkoholischer Nachwirkung seinerseits, erweiterte er dies durch ein lautstarkes: "FRÜÜÜÜÜÜHSTÜCK!!!" Pervers!! ;-)))

Macht ja nix, denk ich mir, ab zum Frühstück, natürlich nicht ohne vorher das Sanitärgebäude aufzusuchen, um die notwendigen Restaurationsarbeiten vorzunehmen.
Das Frühstück, naturverbunden (viele Wespen) und rustikal, wie ich mich fühlte *dröhn*, erinnerte mich dezent aber positiv an meinen letzten Schullandheimaufenthalt vor 38 Jahren. Ich fands genial!

*Mom, nachfüllen*

Genauso genial verlief dann dieser Samstag. Ich versuchte nach dem Frühstück eine Erholungsphase einzulegen und in meinem Bühnenstück zu lesen, welches ich demnächst vorzutragen habe. *Peiwwedeggel* (hessisch für : Haste nur gedacht!) Bei dieser herzberückenden Witterung lauschten wir diverser akustischer Gitarrenmusik im Freien, begleitet von ebenso virtuoser Mundharmonikabegleitung von Wilfried und Mathias. Im Innern des Gebäudes versuchten sich ein paar andere Aussensaiter an diversem Liedgut, das sie auf Instrumenten spielten, welche sie, mittels elektrischer Energie, auf die unerhebliche Lautstärke eines vorbeifahrenden Formel-I-Boliden erhöhten.
In all diesem Trubel erschien Punkt 12 Uhr ein aufgekratzter Uli mit der Mitteilung: "Antreten zum Essen fassen!" (Schullandheim?) ;-)

Juut!! Früh aufstehen! Früh Mittag essen!! Morgen kann er Dich mal! ;-))
Btw.: Die Rinderroulade war köstlich!

Ach nee, *seufz* es ging genauso weiter, gemütlicher Wechsel zwischen gemeinsamen akustischen musizieren und ebensolchem elektrischen. Ein Erlebnis ganz besonderer Art war der Samstagabend. Erst grillen, als Zutat die göttlichen Salate von Angela, dann Schwedenfeuer zu französischen und deutschen Chansons von Cleemens und Pepe! Wo nehmen die das nur her, so groß kann ein menschliches Hirn doch garnicht sein, das alles zu behalten. Ich war fasziniert.

Aber alles hat seine Zeit, irgendwann wieder zur Elektrik. Also ab zu den Amps und gerockt!!

*Noch ein Gläßchen Rotkäppchen*

Und schon wieder "Peiwwedeggel". Pepe hatte mit seiner kastrierten Klampfe meinen Amp in Beschlag und Jochen meine Gretsch! Und jetzt?
Ich wollte doch unbedingt "Rock'n'Roll" von "Led Zeppelin" spielen.
Also greif ich mir Jürgens Heiligtum und stöpsel sie in seinen Amp!

Den Rest sollen andere erzählen! ;-)

Nur noch dies: Ja, ich habe zuviel geraucht, ich habe zuviel getrunken, ich habe meine Ohren geschädigt und zuwenig geschlafen!
Nur eines habe ich diesmal nicht: "Zuwenig gegessen!" Das verhinderten Angelas köstliche Blechkuchen, die seit Freitag da standen! 20% gehen auf mein Konto!!! Und ob ich ungesund gelebt habe, mag dahin gestellt sein. Kann es etwas besseres geben, als auf so eine Weise positive Energie zu tanken?

Ich hab garantiert vieles vergessen, aber so isses nunmal.

Mein Glas ist leer, komischerweise die Flasche Rotkäppchen auch.

Vielen Dank Angela und Uli für Euer Engagement und das schöne Wochenende.

Gruß Waufel