Hallo!
Eine kleine Bestandsaufnahme hier im Haushalt ergab zwei bühnentaugliche Akustikgitarren, zwei Pedalboards für die Akustikgitarren, drei E-Gitarren und ein Pedalboard mit D.I.-Funktion. Ups... Kein Backup für das E-Gitarren-Rig abgesehen von einem einsamen Zoom MS50G? Geht so nicht, soviel war klar.
Also Pflichtenheft erstellt, bißchen recherchiert und ein Valeton GP200 bestellt. Das Ding kann alles, was ich brauche und ein paar von diesen neumodischen Sachen wie IR und NAM, falls ich das auch mal will.
Tatsächlich habe ich dabei auch ein paar Mal die KI gefragt. Das könnte schon eine Hilfe sein, wenn es funktionieren würde – komme ich später zu. Die KI meinte, es sei eine gute Idee für ein paar grundlegende Funktionen den Editor zu benutzen. Okay, das mache ich tatsächlich mit meinem Zoom MS50G auch, ohne mich zu verletzen also warum nicht.
Zum Glück wusste ich schon, was ich wollte. Den Signalweg, die Auswahl der Pedale, des Amps und des Cabs und wo ich welchen Fußschalter will. Ich bin da ein bisschen eigen. Nun, die KI gab mir eine Menge Hilfe, ich machte mir einige Notizen und verkabelte also guten Mutes mein Notebook mit dem Valeton.
Das Valeton kam frisch aus dem Laden. Ich suchte mir fröhlich die Editorsoftware auf der Seite von Valeton und lud sie runter. Einmal beherzt auf das Icon geklickt - "Cannot find the device" sagte die Software. Um ganz sicher zu sein, tippte ich nochmal auf die Gehäuseoberseite des Geräts, um mich zu vergewissern, dass es da war. Es war da. Naja, ich habe ja schließlich der digitalen Technik bei Geburt und Aufwachsen zugesehen, ich kenne die geheimen Tricks. Erstmal am Kabel wackeln und siehe da – das Gerät wird erkannt! Was sich wie ein riesiger Fortschritt anfühlte, war der Schritt zur nächsten Fehlermeldung. "Timeout".
Okay. Die KI hatte mir das Gerät empfohlen, jetzt soll sie die Suppe auch auslöffeln. Die KI erklärte mir, dass ich mit Windows 11 das Betriebssystem hätte, das am meisten Schwierigkeiten machen würde. Da bekommt man doch direkt gute Laune. Dann erfuhr ich, dass die Software und das Gerät auf jeden Fall die gleiche Version sein müssen. Das Gerät hatte Version 1.6, die Software 1.7 – also musste ich die Software erstmal deinstallieren. Die KI empfahl, danach das Notebook herunter- und dann wieder hochzufahren. Das kann ich.
Doof dabei ist folgendes: Der Dialog mit der KI ist dann auch weg und alle Erinnerungen auch. Bei weiteren Fragen musste ich der KI also erstmal wieder sagen, was das Problem ist und was ich schon probiert hatte. Das behalten wir mal im Hinterkopf.
Neue Software drauf, gleiche Versionen. Gleicher Fehler, gleiche Frage an die KI. Och, das sei ein sehr verbreiteter Fehler, sagte sie und da fühlte ich mich ja gleich besser. Der mitgelieferte Treiber sei der Übeltäter und es gab eine detaillierte Anweisung, wie man den richtigen auswählt. Danach muss man – trommelwirbel – natürlich das Notebook herunter- und dann wieder hochfahren. Wir erinnern uns an die Konsequenzen.
Also los. Jetzt sind die Treiber in Ordnung. Gleicher Fehler, gleiche Frage an die KI. Die erklärt mir jovial, dass es allgemein bekannt sei, dass das von Valeton beigelegte USB-Kabel so minderwertig sei, dass es absolut nie funktionieren würde. Wenigstens muss ich den Rechner nicht runterfahren dafür. Ich verkabele mit einem höherwertigen USB-Kabel. Gleicher Fehler, gleiche Frage an die KI. Microsoft sei der Ansicht, dass chinesische Software böse sei, erklärt mir die KI. Deswegen lässt sich die Software nur mit Rechtsklick als Administrator starten.
Die Software öffnet sich, das Gerät wird erkannt. Ich ziehe fröhlich Effekte in die Signalkette, richte einige Einstellung ein und versuche, die Fußschalter zuzuordnen. Die wichtigste Schaltfläche dabei so winzig, dass ich erstmal wieder im Internet recherchieren musste, was ich eigentlich suchte. Ich fand, es wäre eine gute Idee, mal einen Schalter zu probieren. Es ist keine gute Idee, das quittiert die Software mit einem Absturz. Es wäre eine gute Idee gewesen, zwischendurch mal zu speichern aber diese gute Idee hatte ich leider nicht.
Drei Stunden hat es gedauert.
Ach so, vor dem Erwerb hatte mir die KI ja erklärt, dass ich sogar die Farben für die Fußschalter frei wählen könnte. Heute sah sie das anders und führte wortreich aus, dass viele Nutzer bemängeln würde, dass das nicht geht. So richtig böse war ich ihr aber nicht, ohne ihre Hilfe wäre ich nie so weit gekommen.
Falls es jemanden interessiert, wie es klingt – weiß ich nicht. Ich bin zeitlich nicht dazu gekommen, mal eine Gitarre anzuschließen...