Re: (Band) Sind wir Musiker eigentlich immer die Dummen?
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Beitrag von Klauß vom Januar 17. 2005 um 13:57:11:
Als Antwort zu: (Band) Sind wir Musiker eigentlich immer die Dummen? geschrieben von Klaus am Januar 17. 2005 um 11:16:52:
Hallo Namensvetter,
meine Sichtweise auf den von Dir geschilderten Sachverhalt ist der Folgende: für manche Leute ist Musik ein reines Hobby, für andere Mittel zum Lebensunterhalt und für manche irgendwas dazwischen.
Wenn Musik nur mein Hobby ist und ich auch gern auftrete, freue ich mich doch, dass ich damit vielleicht neben dam Spaß noch ein wenig Kohle machen kann, auch wenn Klampfe und Amp so natürlich nicht finanziert werden können. Eventuell kenne ich auch meinen potentiellen Marktwert gar nicht. Solche, auch gut anhörbare, Bands gibt es, und jeder Veranstalter freut sich, solche Jungs und Mädels für kleines Geld engagieren zu können.
Anders sieht es aus, wenn man mit Musik Geld verdienen möchte oder schon ein paar Jahr(zeht)e dabei ist und nicht mehr jeden Auftritt mitnehmen will. Das scheint die Situation bzw. Einstellung Deiner Band zu sein. Völlig legitim und verständlich.
: Jetzt frage ich mich: : wieso gehen die Leute nicht zu Ihrer Autowerkstatt (mit der sie eine Kundenbeziehung hätten) und fragen (nachdem sie da gerne zwischen 40 und 70 an Stundenlohn bezahlen) ob man nicht mal schnell 80 Stunden für lau arbeiten wolle
Weil es kaum Hobby-Automechaniker gibt, die ausgerechnet Dein Auto mit genau seinen (evtl. langweiligen) Defekten für lau reparieren wollen.
: - daß man trotzdem nicht dabei automatisch verdummt und sich darüber freut, wenn man für Leute arbeiten soll, die man nicht einmal kennt (was sagen die eigentlich, wenn man sie frägt, ob sie mal eben mit 7 Mann Lust hätten, 12 Std. beim nächsten Umzug zu helfen?)
Ein Umzug ist eben nicht dasselbe wie ein Auftritt, oder? Ich trete vielleicht gern für fremde Leute vor fremden Leuten auf, solange die Stimmung gut ist und ich als Entgelt Essen, Getränke und Spritkosten bekomme. Ich helfe aber nicht fremden Leuten beim Umzug für diese Gegenleistungen, denn das macht mir keinen Spaß.
Natürlich kommt es sehr darauf an, wie solvent der Veranstalter ist und wie er andere, vergleichbare Bands zu entlohnen pflegt. Will die örtliche Sparkasse ein Sommerfest veranstalten, kann man sicher mehr verlangen als beim Gig im Jugendzentrum. Das forsche Vorgehen mancher Veranstalter, erstmal kein oder kaum Geld für einen Gig anzubieten, resultiert aber m.E. daraus, dass es eben Bands gibt, die zu diesen Konditionen spielen. Ob das nun von seiten dieser Bands intelligent ist oder nicht, ist eine andere Sache.
Gruß, Klaus (aus Münster)
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