Re: (Technik) Ausgangsübertrager und Schönklang
[ verfasste Antworten ] [ Thread-Anfang ] [ Aussensaiter-Forum ]
Beitrag von ferdi vom Dezember 08. 2004 um 15:26:01:
Als Antwort zu: Re: (Technik) Ausgangsübertrager und Schönklang geschrieben von Mesa am Dezember 08. 2004 um 14:11:00:
Hallo Dieter,
den Unterschied, den ein auf Papierkern gewickelter Trafo macht, vermag ich nicht zu beurteilen, da ich sowas noch nie gespielt habe. Ich beschränke mich daher auf meine eigenen Erfahrungen.
Tatsache ist, dass neben Speakern die Trafos als Haupteinsparpotential der heutigen Amps herhalten müssen. Zu kleine Netztrafos brechen zuerst im Bassbereich ein und versauen vor allem den Cleanound total. In meinem homemade 1x15 habe ich den Netztrafo deshalb tauschen lassen - Unterschied wie Tag und Nacht. Vorher gab alles über Volume 7 nur noch Brei. Jetzt ist er vollgasfest. Wer seinen Amp eh nie aufreißt braucht allerdings keinen Netztrafo, der mehr liefert, als gefordert wird.
Beim Ausgangsübertrager sieht es ähnlich aus. Dass Cleansoundfetischisten größere Übertrager einbauen lassen, ist kein Geheimnis (Twin-Trafos in Super Reverbs, Super Reverb-Trafos in Vibroverbs). Ein wirklich unterdimensionierter Übertrager begrenzt ebenfalls die Cleanpower und bricht im Bassbereich ein. Ein Vibroverb oder Bandmaster hat zB als wesentlichsten Unterschied zum Super Reverb einen deutlich kleineren Übertrager, sodass die Power von 45 (SR) auf 35 Watt sinkt. Dafür kann man einen Bandmaster schon mal öfter gut aufdrehen, einer Super idR nur auf Sessions :o)
Es ist auch wahr, dass vor allem der typische Marshallsound (und da spreche ich nicht von 800ern...) durch einen Übertrager, der im Grenzbereich gefahren wird, geprägt ist. Ich glaube, dass viel von dem, was manche für die Verzerrung der Endstufenröhren halten, auf das Konto des gesättigten Ausgangsübertragers geht (von um Gnade winselnden Greenbacks ganz zu schweigen).
Mitunter ist jemand verblüfft, wie laut mein Amp in der 15W-Stellung ist. In 60W überfordert er jeden geschlossenen Raum. Obwohl den Trafos maximal 60W zugemutet werden, stammt der Netztrafo von der 135W-Schaltung, und der Ausgangsübertrager aus der 85W blackface Twin-Schaltung. Vorher war ein UL-Übertrager drin, war was ganz anderes (auch völlig andere Schaltung).
Meines Wissens sind gerade die Ausgangsübertrager der Reissue BLuesbreaker dem Original gegenüber unterdimensioniert. Ein Upgrade brächte hier mehr Klarheit und Druck bei weniger Dreck im Bass. Wie sich die vielbeschworenen Unterschiede in den Materialien auswirken, weiß ich nicht.
Hastalavista - ferdi
verfasste Antworten:
Dieser Beitrag ist älter als 3 Monate und kann nicht mehr beantwortet werden.
|