(Privat) Meine dritte Vintage-Gitarre
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Beitrag von Matthias vom Juni 07. 2000 um 17:26:54:
Meine dritte Vintage-Gitarre oder Ein abschreckender Erlebnisbericht Oh ja, der Equipmentwahn in seiner besonderen Form des Vintage-Virus! Vor einigen Jahren war ich auch infiziert. Zu dieser Zeit begannen die Preise für "Vintage-Gitarren" massiv zu steigen, unter Insidern war bereits eine gewisse Goldgräberstimmung zu verspüren. Der große Boom und erst recht die erste Dämpfung des Marktes standen allerdings noch bevor. Dabei waren "Vintage-Gitarren" noch ausschließlich Gitarren amerikanischer Herkunft. Norbert Schnepel hatte allerdings bereits das Standardwerk "Elektro-Gitarre made in Germany" verfaßt. Durch dieses Buch auf den Geschmack gekommen, fahndete ich mehr oder weniger unbewußt nach "Schnäppchen" und glaubte eines Tages, etwas gefunden zu haben. Ich fand tatsächlich eine alte Archtop eines deutschen Herstellers. Die Gitarre sah beim ersten schnellen Testen nicht nur klasse aus, sie spielte sich auch sehr gut; der akustische Sound war ungemein perkussiv und kam bei jazzigen Soli und dem typischen jazzigen Begleitstil wirklich toll. Schön und gut soweit, ja sogar Begeisterung, die ich natürlich vor dem Verkäufer zu verbergen suchte, um den Preis nicht zu verderben. Für ein paar Hunderter wurden wir uns handelseinig und hatten es beide eilig, nach hause zu kommen. Zuhause fand ich nach dem ersten Abklingen der Euphorie die Gitarre immer noch schön. Naja, die F-Löcher hatten beim genaueren Hinsehen schon eine gewöhnungsbedürftige Form, aber bitte, bei dem Preis. Bespielbarkeit und jazziger Sound waren nach wie vor toll. Sogar meine üblichen Akustikparts klangen darauf ordentlich - dumm war nur, dass meine eigentliche Flattop-Akustikgitarre im Vergleich deutlich besser klang. Genauer gesagt, klang meine "Alte" bei nahezu allen Gelegenheiten besser, also auch bei den jazzigen Parts. Hm. Aber so eine Archtop-Jazzgitarre ist ja sowieso nicht dazu da, akustisch gespielt zu werden. So mein Gedankengang. Also Pickup organisieren! Die Wahl fiel auf den DeArmond-Pickup. Das Teil mußte doch genau der richtige Partner dafür sein. Nur - woher nehmen? Vintagehändler boten diese Pickups mittlerweile zwar an, der Preis überstieg aber locker den der Gitarre. Nach langem Hin und Her fand ich einen anderen Pickup zu einem akzeptablen Preis. Die Kombination Gitarre+Pickup klang allerdings nicht wirklich gut. Dazu kamen erhebliche Feedbackprobleme. Noch schlimmer: mit meiner Strat war ich durchaus in der Lage, die gewünschten jazzigen Sounds deutlich besser zu erzeugen. Hm. Da hatte ich nun diese seltene Gitarre, bis auf die F-Löcher, die ich mittlerweile scheußlich fand, ganz nett anzuschauen. Auch gut zu bespielen, war sie. Und der Sound war auch nicht schlecht. Nur - gut war er eben auch nicht. Hm. Und da stand ich nun. Eine billige Gitarre, mit der ich nicht zufrieden war. Zwar stimmte das "Preis-Leistungs-Verhältnis", aber die Leistung alleine stimmte nicht. Glücklicherweise fand ich bald nach dieser Erkenntnis jemanden, der die Gitarre zu meinem Einstandspreis kaufen wollte. Und wie schrieb ich schon weiter oben? "Für ein paar Hunderter wurden wir uns handelseinig und hatten es beide eilig, nach hause zu kommen." knock on same old wood Matthias
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