(Konzert gewesen) Manowar in Bremen


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Beitrag von Der Felix vom Dezember 18. 2002 um 10:02:06:

Moin.

Eigentlich wollte ich ja zu zwei Konzerten dieser lustigen Kapelle gehen, Dortmund und Bremen. Aber nach dem was die Truppe da die letzten Wochen und Monate in den Medien abgeliefert hat war mir da irgendwie nicht mehr so nach, also hab' ich das DO-Ticket schnell noch bei eBay vertickt. Eine gute Idee, wie sich herausstellte (zumal an dem Tag auch noch volle Kanne Blitzeis war).

Mittlerweile hasse ich Autofahren. Da gibst Du Dir noch so viel Mühe, fährst noch so vorsichtig und dann kommt trotzdem so ein Arsch und drängt dich mal eben von der Straße. Auch sonst, datt is' einfach so stressig. Also fuhr ich denn gestern um 15:00Uhr los gen Bremen, nix Autobahn weil doof und Umweg.

Um 16:30 dann Ankunft in Bremen, 17:10 Ankunft bei der Stadthalle. Bremen ist scheiße. Da find' man ja nix, und nichtmal die Einwohner wissen, wo's langgeht. Vor der Halle stand erst eine Handvoll Leute, der Platz in der ersten Reihe war somit gesichert. Überall zusätzliche Hinweise über die an diesem Abend extrem hohe und "unter Umständen" Gehörschädigende Lautstärke und nicht-Haftung des Veranstalters.

Es war kalt, ja, aber als um 19:00Uhr die Tore geöffnet wurden war ja alles wieder gut. Merkwürdig - wieso geht denn keine in die Halle selbst? Hmm, ich geh' da mal rein. Schwupp, erste Reihe Mitte. Fein fein fein. Es füllt sich, ein netter Herr kommt auf die Bühne um nocheinmal darauf hinzuweisen, daß das heute sehr laut wird und niemand für Schäden haften wird, man könne noch 15 Minuten nach Beginn des Hauptacts die Tickets zurückgeben und sein Geld bekommen.

20:00Uhr: Es wird dunkel, es gröhlt, BLUDGEON betreten die Bühne. Ich scheine einer der wenigen zu sein, der die Kapelle kennt, deren Debut habe ich mir im Frühjahr geholt - produziert von Joey DeMaio himself. Death/Thrash Metal. Drückt. Und geht gut ab. Watt'n Spaß. Noch vor 15 Monaten war's undenkbar, daß ich zu sowas die Matte schwingen würde. Geile Gitarre hat der Gitarrist da. Washburn. Will ich auch. Der Sänger sowieso: BC Rich Mockingbird. Die 4 machen ihren Job gut und verlassen schon um viertel vor 9 unter leichtem Applaus die Bühne. Haben ihrem Namen alle Ehre gemacht.

30 Minuten Später geht denn die Luzi ab. Intro, Orson Welles, BRAAAAAAAAAAAATZ. Die ersten fünf Songs am Stück, darunter das nie zuvor gespielte "Brothers of Metal" (fein) und endlich auch wieder "Spirit Horse of the Cherokee" - Yeeehaaa. Zum Glück verlässt das per Gästeliste eingetretene Journalistenpack schon nach einer Minute den Fotograben und macht Platz für freie Sicht. Zwei Manowar-eigene Kameramänner stehen da, einer quasi direkt vor mir. Die Security hat mich mittlerweile zweimal komplett zusammegedrückt um hinter mir Störenfriede herauszuzeren. Vielleicht doch keine so gute Idee mit "erste Reihe Mitte". Dann kurz Begrüssung des Publikums, dann...ööhhh... weißnichtmehr, erstmal den Typen schlagen der da auf meiner Schulter hängt und meine Rippen gegen die Absperrung drückt. Ah, besser so, weg isser. Die Bühne ist GROSS! Sehr, auch hoch, irgendwie fehlt schon fast der Kontakt zum Publikum, es ist unpersönlicher als früher. Achja, dann ein laaaaaangweiliges, wenn auch sehr flinkes und technisch sicherlich bewundernswertes Ketarrensolo, dann irgendwie 'ne Handvoll Songs. Dann Joey DeMaio's Basssolo. Ausnahmsweise mal wieder was neues, sogar kurz mit Drums und Groove. Dann leider wieder der Hummelflug.

Sagte ich schon dass es laut war? Ja, also sehr. Ich hatte den 15er Gehörschutz drin, aber nichtmal Vollstöpsel hätten mich vor dem Geschützt was da kam, unter tontechnischen Gesichtspunkten wirklich oberklasse, nur halt seeeehr laut. Albern, das muss doch nicht sein. Es bebte wirklich alles, sogar die Security. Nochmal mache ich sowas nicht.

Noch 'n paar Songs, dann ein Akustikset, sehr witzich umrahmt von "Duelling Banjos" (hierzulande wohl auch weitgehend völlig unbekannt, kann mir einer 'ne gute Aufnahme davon sagen, ich hätt' das gern mal auf CD), fünf Songs am Stück.

Dann Feierabend, dann Brumm-Brumm mit Motorrädern auf der Bühne, dann drei schnelle Songs am Stück. Ich wollte ja sehen, ob Eric Adams (Voc) auf der Bühne tatsächlich mal explodiert. Tut er. Jeden Abend. Wie die den wohl immer wieder zusammenkriegen? Vermutlich mit UHU. Zwischendurch noch so ein Arsch das meine Rippe zu brechen versuchte (oder mich zu begatten versuchte) weggeschafft.

Dann noch 'n Song, dann die Saitenzerreißaktion und dann schicht. 2 Stunden. Geht doch.

Die Jungs scheinen auf Taucherklamotten umgestiegen zu sein, Joey kam erst mit Stiefelchen auf die Bühne, die aussahen wie Raumfahrerschuhe, so richtig dick und klobig. Gefällt mir. Auchhabenwollen. Eric hatte sowas später auch an, und eine Art Neoprenweste. Sah jedenfalls so aus. Schick, die neuen Klamotten.

Dann schnell nach Hause, durch die beschissen Ausgeschilderte Bremener Stadt. Irgendwie bin ich dann nördlich rausgekommen, also muss ich über's Bremener Kreuz, später überholt mich in einer Baustelle (80) ein LKW mit 120 Sachen. Autofahren ist scheiße. Jetzt auch noch Nebel.

1:45Uhr: OK, schicht, aus, fertig. Ab in's Bett. Mit Fiepen im Ohr. Suuuper.

Fazit: Ich bin zu alt für sowas. Manowar aber auch. Eine Handvoll Songs haben den Konzertbesuch gerade so den Aufwand wert gemacht. Hart an der Grenze. Für Brummeln im Ohr und mehrere Rippenprellungen mach' ich das nicht nochmal. Über den Nackenmuskelkater kann man ja noch lachen, aber ob die Absperrungen in Bremen unbedingt in Rippenhöhe sein müssen wage ich zu bezweifeln.

Die Ohren geben jetzt wieder fast ganz ruhe, der Rest wird sich wohl im Laufe des Tages legen. Hoffe ich.

Heute Abend noch in's Kino (mit Gehörschutz :-)), "Herr der Ringe II" gucken, morgen abend Helge Schneider. Wird bestimmt lustig. Und weit fahren muss ich dafür auch nicht. In meinem nächsten Leben werde ich eine Schnecke. Das Haus immer auf dem Rücken.

Rock'n'Roll!
Felix, der jetzt erstmal die Prellungen behandeln geht.


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