Re: (Philosophie) Die Plattenindustrie mal wieder
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Beitrag von Der Felix vom Mai 05. 2002 um 22:31:17:
Als Antwort zu: Re: (Philosophie) Die Plattenindustrie mal wieder geschrieben von Patrick am Mai 05. 2002 um 20:42:35:
Moin Patti!
: Anscheinend schon, denn dies hier z.B. stand im Ursprungposting: : : "Und woher kommt nun der Gedanke, AC/DC wäre einem größeren Teil der Bevölkerung unzumutbar als Britney Spears?
Im gleichen Absatz steht was über Airplay bei Radios, und darauf bezog sich das freilich auch. Nicht auf den Verkauf, den Du ja ansprachst, kommt es mir an. Dazu gleich mehr... : Die Frage erübrigt sich; obwohl AC/DC jedem bekannt sind (keine unentdeckten Nobodies), interessieren sich mehr Leute für Ms. Spears (Verkaufcharts/Trendcharts/Umfragen). Das wirkt sich auch auf Airplay aus.
...und genau DAS ist der springende Punkt. Ist das wirklich so? Interessieren sich denn wirklich mehr für Madame Spears als für AC/DC? Das Beispiel mit "Manowar (Nischenprodukt) auf Platz #1 gewählt" führte ich genau deswegen an.
: Und zu Deinem Blind Guardian Beispiel: : Viele Platten bedeuten auch nicht automatisch viel Airplay. Stichwort Radiotauglichkeit...
Mit wilden Stichworten kann ich schonmal gar nix anfangen. Der Faden läuft doch wohl so: Das Radio will Werbung verkaufen, die Werbenden wollen eine möglichst große Zielgruppe. Das Radio schaut also in die Charts und guckt, was denn gerade in der Kaufstärksten Zielgruppe angesagt ist (von Sonderwünschen seitens der Werbeindustrie sehen wir jetzt mal ab). Hohe Chartposition=Hohes Interesse. Darf man das sagen? Grob zumindest.
Nun liegt Volksmusik/Schlager verdammt weit oben, wenn mich nicht alles täuscht besetzt diese Musikrichtung weit über 60% Marktanteil. Diese Musik wird jedoch - im Schnitt - wohl von älteren Menschen gehört, diese sind viel weniger kaufkräftig als die Leute, die z.B. Pop hören. Pop hören eher "die jüngeren Leute", Menschen, die in etwa genauso alt sind, wie die, die Metal hören (wobei Metal ja, wenn man den Begriff Pop ganz streng nimmt, auch Pop ist. Machen wir der Einfachheit halber jetzt aber mal nicht.) Kurz: Metaller (z.B.)sind genauso kaufkräftig wie Popper. Das Argument zieht schonmal nicht.
"Radiotauglich" ist immer das, was die "standardisierten" Grenzen, in denen sich die überwiegend gespielte Musik nicht oder nicht weit überschreitet. Insofern ist es sicherlich richtig, daß einige "Popper" ein Metalsong, selbst wenn er so vergleichsweise primitiv und simpel gestrickt ist wie z.B. so mancher Manowar-Song, so ungewöhnlich ist, daß er die Hörer zum Ausschalten/Senderwechsel bewegt. Definitiv aber nicht alle!
Nun bekommt Manowar ja auch eine, wenn auch minimale, Präsenz in den Medien (nämlich ziemlich genau zwei mal Airplay in einer Spartensendung, davon ein mal in einer Wiederholung. Im Fernsehen wohlgemerkt). Wo sicherliche eine Menge Geld vom Label zu den Medien geflossen ist versprechen sich aber auch beide Seiten, daß z.B.Manowar derart viele Menschen interessiert, daß es den einen oder anderen verlorenen "Popper" ausgleicht (man störe sich nun bitte nicht an der Bezeichnung "Popper" oder ähnlichem, diese Ausdruck verwende ich nur der Einfachheit halber, ohne jegliche Wertung!).
Jetzt interessieren sich nicht alle Menschen übermäßig für Musik. Und genau diese Menschen haben sicherlich Probleme damit, komplexeres Material zu verarbeiten, sprich "nebenbei", also aus dem Radio, ertragen zu können. Und genau diese Menschen machen einen großen Teil der Zielgruppe des Radios aus. Da wäre nun also meine Antwort, die Antwort, die Du mir mit "Radiotauglich" geben wolltest.
Aaaaarber, ich sprach nicht nur von Airplay, sondern von Medienpräsenz im Allgemeinen. Und jetzt versuche ich einfach meine Frage nocheinmal ganz simpel, sehr eingeschränkt dafür aber leicht verständlich, zu stellen. Also ab hier auch für groby wieder interessant. Ganz konkret:
Warum bekommt Manowar mit Platz #27 mehr (für Metalverhältnisse ungeheuerlich viel) Medienpräsenz als Blind Guardian mit Platz #1 (Medienpräsenz gleich Null)???
(Anmerkung: Das derzeitge Manowar Label heisst Nuclear Blast, also eine relativ kleine Nummer, der Vertrieb läuft allerdings über eastwest. Blind Guardian sind bei Virgin unter Vertrag, an ungleich verteilter Kohle sollte es also nicht liegen)
Und dabei zählt und zählte für mich von Anfang an nur das "warum", das Prinzip und vor Allem auch das Argument, mit dem Blind Guardian ignoriert werden.
Mir würd' nur Metal im Radio auch kaum was geben, dafür habe ich da einen viel zu selektiven Geschmack. Und auch einen reinen Ausgleich aller Musikstile, den ich für ökonomisch durchaus rentabel, wenn auch nicht für optimal halte fordere ich keinesfalls. Manowar wäre die Existenzgrundlage entzogen, würden sie täglich im Radio gespielt, zumindest müssten sie ihr Image radikal einschränken. Siehe auch Metallica, die ihre ehemalige Anti-Establishment Einstellung abgeleget haben, seit sie selbst dazugehören. Und so weiter. Und so fort.
Und nochmal erkläre ich, daß ich mich hier nur auf Metal bezogen habe, weil ich mit Manowar und Blind Guardian eben zwei konkrete Besipiele parat habe, über deren Hintergrund ich besser bescheid weiß als über jede andere Musikrichtung.
Hoffe, etwas Licht hineingebracht haben zu können.
Rock'n'Roll! Felix
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