Re: (Bass) Precise Beratung
Beitrag von Jonas vom August 02. 2017 um 11:29:07:
Als Antwort zu: Re: (Bass) Precise Beratung geschrieben von ullli am August 01. 2017 um 23:14:17:
Moin Ulli,
Jedenfalls, mag es nicht doch moeglich sein dass das Holz was in den 'Tribute' Instrumenten verbaut wird vielleicht doch "B"-Ware ist? Also, aus anderen Waledern, anderen Klimazonen, und daher vielleicht weniger resonant? Nicht dass das Welten von Unterschied machen, und nicht dass da nicht toll klingen Instrumente herauskommen - manch einer zieht so einen Ton vielleicht sogar vor. Aber anders eben doch?
Warum sollte man dort B-Ware nehmen? Wenn ich bei einem Holzhändler in Massen Holz kaufe glaubst Du nicht ernsthaft, dass der alles abklopft und überprüft, oder? Ich kaufe das, was in meinen Preisrahmen passt und die Menge, die ich brauche ( in den genannten beispielen reden wir von hunderten bis tausenden Instrumenten im Monat). Das kaufe ich bestenfalls unselektiert, also, 2 Paletten Ahornrohlinge in den maßen xyz. Dann, wenn die Ware bei mir ist, sortiere ich aus nach konstruktiven Mängeln und Maserung.
Ich kennen einen tschechischen Hersteller, der kauft plattenweise Ahorn aus Kanada, immer gemischt. Dadurch bekommt er immer auch schöne Riegelahorn oder Quilted Maple Stücke für überschaubares Geld. Kann er auch selektieren lassen in Kanada, wird dann aber sehr teuer.
Die klassiche B-Ware wäre Holz mit Verfärbungen, also etwas, was man lieber nicht mit transparenten Lacken versehen will. Die nimmt man dann eben für deckende lackierungen. Das war auch bei 7ender und Gibson in den heiligen 50ern Usus und ist es heute noch, weswegen bei Fender auch oftmals eine Sunburst Strat teurer ist als eine in deckender Lackierung.
Und Fender, ein gutes Beispiel, welches Holz hat er denn genommen damals in den 50ern? Genau, das, was billig und gut verfügbar war und gut zu bearbeiten war. Kiefer würde sich vllt. kein Mensch heute antun als Bodyholz, wenn nicht Leo das in den 50ern durch sein Schaffen geadelt hätte. Und genauso ist es mit vielen anderen Hölzern. Denk mal an Brian Mays Red Special, die klingt ja ganz okay, was man so hört. Da sind viele Eichenteile verbaut. Eiche, wow. Oder Hagströms oder auch Ruokongas Instrumente, da wird Birke verwendet. Sogar bei frühen L-5 gab es Birkenböden, und auch Les Paul Juniors wurden in den 50ern teilweise damit gebaut.
Andere Klimazonen bedingen anderes Wachstum, ja. Eastern Michigan Maple ist dann aber auch anders, wenn es im Tal wächst, oder auf dem Berg. Eine besonders resonante Gitarre/ ein besonders resonanter Bass ist natürlich toll vom Spielgefühl her, aber ein heftig resonierendes Solidbody Instrument ist trotzdem mitunter am Amp (wichtig ist ja auf dem Platz) ein nicht immer gut klingendes.
Ohne zweimal zwanzig gleiche Modelle, einmal US und einmal Tribute, und Session-gepruefte Bassisten zur Bearbeitung am Start, so werden wir vemutlich nie eine kare Antwort wissen.
Das ist genau der Punkt: man kann es nicht testen. Selbst nach einem solchen Test bist Du nicht schlauer. Ein Instrument funzt, oder funzt nicht. Warum das so ist? K.A., aber es liegt sicher nicht alleine am Holz, es ist ein Zusammenspiel aller Komponenten. Und was dabei welchen Einfluss hat, darüber lässt sich trefflich streiten. Bei Solidbodies.
Ich meine, man kann nie mals pauschal einem Holz Klangeigenschaften zusprechen, noch einem Baujahr, noch einem Hersteller, noch einem Herstellungsland. Das ist alles eher eine Frage der Emotion. Wenn ein Instrument klingt, klingt es, dann soll man froh sein und nicht weiter darüber nachdenklen. Und es klingt ja eh nur solange gut, bis man ein besseres findet und schon ist gut nur noch mittelmäßig.
Alles Gute!
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