Re: (Philosophie) Akustik-Western mit pickup


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Beitrag von martin vom August 22. 2013 um 17:44:03:

Als Antwort zu: Re: (Philosophie) Akustik-Western mit pickup geschrieben von Waufel am August 22. 2013 um 17:06:07:

Hallo ihr Lieben!

Ich sehe das ganz pragmatisch: wenn es klingt und gefällt, dann klingt und gefällt es - egal wie teuer oder günstig das Instrument ist.

Ab wieviel Euro das passiert - keine Ahnung...

Ich hatte fast mein ganzes Leben eine halbwegs teure Takamine, die hat 1995 über 3.000 DM gekostet. Und die war richtig schlecht, und mit schlecht meine ich wirklich fürchterlich (kaum akustisches Volumen, harter Klang, unangenehm zu spielen). Aber irgendwie dachte ich damals, ich empfinde das nur so, weil bei dem Preis musste die ja einfach gut sein.

Und dann kam mir letztes Jahr diese gebrauchte Larrivée unter die Finger. Ich habe gleich im ersten Moment gemerkt, dass ich einen riesen Fehler gemacht hatte, mich fast zwei Dekaden mit der Takamine abzuquälen. Welch ein Unterschied, wie Tag und Nacht! Gut, die warfast 20 Jahre alt und immer noch so teuer, wie die Takamine damals neu war.

Für unsere Schule durfte ich dann neulich eine Westerngitarre mit Pickup kaufen, 750 Euro war das Budget. Ich habe dann gewissenhaft alle möglichen Modelle angespielt, die im Musikladen vor Ort waren. Meine Larrivée hatte ich zum Vergleich mit. Und da war es leider so, dass ich keine einzige der günstigen Gitarren im Vergleich ertragen konnte.

Der Chef vom Laden (selbst ein super Gitarrist, habe damals Abi zusammen mit ihm gemacht) hat das natürlich auch gehört. und irgendwann habe ich ihm dann gesagt: Lieber Wolfgang, wir müssen uns da irgendetwas anderes überlegen, das geht so einfach nicht!

Irgendwann bat er mich, noch etwas zu warten, er würde gerade mal in seinen Proberaum fahren und mir eine Yamaha A3R mitbringen. Die hatte er eigentlich für sich selbst ausgesucht (er probiert gerne mit Midi-Pickups, Einzelsaitenabnahme usw. und das macht er nicht bei seinen teuren Taylers oder Matons).

Das war die erste Gitarre, die sich klasse spielen ließ und dabei rein akustisch auch brilliant und trotzdem voll klingt. Das Tonabnehmersystem ist auch richtig klasse, gefällt mir jedenfalls viel besser, als das Fishman Infinity, welches ich bei meiner Larrivée nachgerüstet habe.

Weil die Gitarre einen Aufkleber auf dem Korpus hatte und damit zu lange im Schaufenster stand (ist da jetzt heller als der restliche Korpus), habe ich sie dann netterweise für unser Schullimit bekommen. Aber vielleicht werden die ja auch gebraucht angeboten?

Jedenfalls kann ich diese Gitarre tausendmal mehr empfehlen als jede andere in der Klasse bis 750 Euro. Und da spielt es m.M. nach auch überhaupt keine Rolle, ob man auf Geburtstagen spielt oder für sich alleine. Schlechte Gitarren machen einfach keinen Spaß und rauben jegliche Kreativität und Motivation. Gute Gitarren beflügeln dich.

Kommen wir zurück zum Anfang des Postings: Wo liegt die Grenze? Ich denke, unter 900 Euro lohnt es sich einfach nicht, dann lieber gar nichts kaufen und / oder warten. Oder gebraucht kaufen!

Gruß Martin




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