Re: Gitarrengeld muss Gitarrengeld bleiben


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Beitrag von andi-o vom Mai 27. 2009 um 12:47:12:

Als Antwort zu: Re: Gitarrengeld muss Gitarrengeld bleiben geschrieben von Jochen am Mai 26. 2009 um 15:35:34:

Hi Jochen,

Das Geld dafür (war es somit schon Gitarrengeld?) kam entweder von der Oma oder den Eltern...

lustig, diese "wie kam ich an meine erste E-Gitarre"-Geschichten, da werden doch gleich

Erinnerungen wach ;-) Als ich im zarten Alter von 15 beschloss, unbedingt E-Gitarre spielen
zu wollen wurde das Weihnachtsgeschenk der vorigen Jahre, nämlich ne Ski-Ausrüstung, nebst
Unterstützungsgeld von Omma und eigenem Ersparten kurzerhand in Gitarrenequipment getauscht,
bestehend aus einer Mapleneck Maya Strat in Sunburst und dem schlechtesten Verstärker der Welt,
ich glaube der hiess Traynor? o.ä, jedenfalls ne Transe die getrennte Vol. Regler für Vor- und Endstufe
hatte. Der Amp zerrte aber nicht, das Aufdrehen der (angeblichen) Vorstufe machte nur das Rauschen
lauter, aber egal - ich glänzte beim Antesten im nahegelegenen 1-Zimmer Musikfachhandel durch
Vorführen mehrere Lehrsaiten-Akkorde und machte meinen Anspruch als Solist durch eine holprige
Darbietung der 1-Pentatonik Lage in G, dritter Bund, geltend...

Ok, die Strat begleitete mich ca. ein halbes Jahr auf dem Weg zu den restlichen 4 Pentatonik-
Boxen, aber Singlecoil mit Transe klang nicht nach Hendrix, Zappa oder gar Deep Purple.
Mein damaliger Gitarrenleher meinte, ich bräuchte ne Humbuckergitarre. Ok, da meine Omma
mir zwischenzeitlich ein Mofa(!) spendiert hatte, und auch meinem 1 Jahr jüngeren Bruder ein
solches versprochen hatte, machte ich einen Deal, den man nur mit Omma machen konnte: ich
bekam die Flocken für ne "richtige" Gitarre und mein Bruder mein Mofa (welches ich hegte,
pflegte und quasi täglich auf Hochglanz poliert hatte). Jedenfalls eierte ich mit besagtem Mofa
(welches mir als Leihgabe ausgehändigt wurde bis mein Bruder den Mofa-Führerschein hatte ;-)
zum einigermassen legendären Musikhaus Bochen & Härle in Munderkingen. ca. 40 Kilometer
von mir entfrent, und mit dem schneckenlahmen Mofa eine gefühlte Weltreise.

Bei B&H angekommen war ich geflasht von der Riesenauswahl an Klampfen, durfte sogar eine
Kramer anspielen/anfassen "...die hat der Eddie van Halen auf der Deutschlandtour gespielt..." -
das Ding war die versiffteste Gitarre, die ich jemals sah, der unlackierte Ahornhall sah nach
Altölbehandlung aus - er war beinahe vollkomen grauschwarz.... aber egal, in der Ecke der
"modernen Gitarren für angehende Rockhelden" stand meine Zukünftige, eine Aria ZZ Deluxe
Explorer in Schwarz-zu-Blauburst mit 1-p-Mapleneck und Goldhardware. Geil! Dazu musste noch
ein Bass Rechteckkoffer her, da die Explorer woanders nicht reinpasste, und der Mofa Etat liess noch
den Ibanez Flanger in knallgelb und den grünen Tubenschreier zu - ich hatte VERZERRUNG!

So, mit dem Basskoffer quer auf'm Mofagepäckträger zurück nach Hause, ich blockierte wohl
komplett die Straße mit dem Ding, aber egal, ich hatte ne Gitarre für Rocker und war im siebten
Himmel ;-) Die Aria hatte ich dann 5 Jahre, mit der habe ich am MGI bei Herrn Vahsen noch
die "Aufnahmeprüfung" gespielt. Hernach kam die Kommerz-Coverband und die Aria wurde wg.
mangelnder Vielseitigkeit durch eine Hamer Chapparal ersetzt...

Seufz. Was hatte ich an der ollen Aria rumgebastelt, Legionen von Pickup-Wechseln, zuletzt sogar noch ein
Ebenholzgriffbrett vom Gitarrenbauer.... jaja, Opa erzählt vom Krieg, lang ist's her....

Grüße,

Andreas




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