Re: (Gitarre) Was unterscheidet einen guten und einen schlechten Pickup im Innersten?
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Beitrag von The stooge vom Dezember 31. 2006 um 18:16:20:
Als Antwort zu: (Gitarre) Was unterscheidet einen guten und einen schlechten Pickup im Innersten? geschrieben von Cleemens am Dezember 28. 2006 um 22:09:07:
Mojn Clemens,
Jetzt würde mich mal interessieren, was eigentlich eine guten und einen schlechten Pickup unterscheidet. Warum klingt ein guter gut und ein schlechter schlecht? Auf was muss man achten, wenn der Pickup gut werden soll. An sich sind das ja erstmal alles Magnete mit Draht drumrum. Was ist an einem guten PU anders als an einem schlechten?
Ein schlechter koppelt und ist mikrofonisch, weil die Drähte locker gewickelt sind und er nicht gewachst ist. Das ist so ungefähr das einzig Objektive, was man über die Qualität eines PUs sagen kann.
Ansonsten gibt es keine guten oder schlechten Materialien, sondern nur Magnete und Draht mit bestimmten physikalisch-elektrischen Eigenschaften, die man in Ohm, Henry, oder Farad angeben kann, ferner mechanische Unterschiede wie Stab-, Barren- oder Klingenmagneten oder untr der Spule liegende mit Pole-pieces, und schließlich SCs oder unterschiedlich aufgebaute Humbucker, die alle im Zusammenspiel zur spezifischen Klangfarbe beitragen.
Das Problem liegt IMHO weniger am Geschmack, sondern in erster Linie an den geschmacksprägenden Referenzen. Magnetische PUs sind absolute Low-tech-Übertrager, die von frisierten Röhrenradios lautgemacht werden, und dieser verbogene, komprimierte und verzerrte Klang, der jeder HiFi-Richtlinie Hohn spricht, hat nun mal unsere Hörgewohnheiten entsprechend geprägt und ist die Rferenz für einen 'guten' Tonabnehmer. Hätte sich Loyd Loar von Gibson in den Zwanziger Jahren mit seinen elektrostastischen Abnehmern durchgesetzt oder hätte man erst mit aktiven PUs und Transistorverstärkern die Gitarren verstärkt, hörte sich die Musik ganz anders an und die Referenzen sähen völlig anders aus. So aber werden paradoxer Weise aktive PUs, die eine völlig lineare Wiedergabe hinkriegen, wieder so hingebogen, dass sie ähnlich 'schlecht' klingen wie ein hochohmiger PU.
Du siehst, ob ein ein PU gut oder schlecht klingt, ist wieder mal ein kulturelles Problem.
ne schöne Jrooß, Mathias
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