(Privat) Meine neue Gitarre ist da!
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Beitrag von Matthias vom Oktober 28. 2005 um 15:06:11:
Liebe Gemeinde!
Meine neue Gitarre ist da und hier ist mein Bericht.
Am Mittwoch brachte der Postbote einen großen Karton, der überraschend schwer war. Das war auch mein erster Eindruck, als ich die Ibanez AF75D-TOR aus der Verpackung befreite: Die ist aber schwer! Tatsächlich ist sie nur eine Spur leichter als meine Strat.
Das Orange ist nicht so gretschig wie auf Fotos es ist eher blutorange, dennoch aber sehr schick. Das gesamte Design der Gitarre ist ja eher barock und die orange Lackierung gibt dem ganzen ein grinsendes Augenzwinkern. In sunburst oder blond wäre die Gitarre in meinen Augen nicht auszuhalten, in orange ist sie einfach lustig.
Es hingen gleich drei Zettel an der Kopfplatte. Einer sagte mir, dass das eine Ibanez sei, welch Überraschung. Der zweite identifizierte die Saiten als d`Daddario. Ich habe nicht die geringste Ahnung, welchen Sinn diese sehr dünnen, ungeschliffenen Saiten auf so einer Gitarre haben sollen, die kommen da schnellstmöglich runter. Der dritte Zettel sollte einen Check aus dem Hause Meinl nachweisen. Diese Gitarre wurde offensichtlich am Montag eingestellt, das Setup der Gitarre ist nämlich höchstens knapp akzeptabel Halskrümmung perfekt, Sattel okay, Saitenlage gut, eher zu niedrig, Oktavreinheit einfach schlecht. Außerdem rappelt oder surrt oder dröhnt etwas in oder an der Gitarre ein Kabel, eine nicht ganz feste Schraube oder sonst irgendwas schwingt da mit. Da werde ich suchen müssen. Dieses Nebengeräusch in Verbindung mit den falschen Saiten führt dazu, dass ein akustisches Spielen der Gitarre nicht wirklich befriedigend ist. Die Mundwinkel gehen tief nach unten. Das alles hat der Genosse Kontrolleur nicht gemerkt? Aber es geht ja schließlich um eine E-Gitarre, was interessiert mich da die akustische Komponente?
Alles wird nämlich gut, wenn die Gitarre an den Amp gestöpselt wird. Das ist der Ton, den ich aus einer Jazzgitarre hören will. Warm, weich, rund, im Hintergrund eine akustische Komponente. Genau das habe ich gesucht. Sicherlich gibt es erheblich besseren Sound dieser Kategorie mit anderen Fingern, anderer Gitarre und anderem Amp. Aber meine Ansprüche für meine Gelegenheiten in Sachen Jazz sind erfüllt. Okay, trete ich halt doch mal auf den Fußschalter und wechsele in den Brett-Kanal. Plötzlich sind die dünnen Roundwounds doch nicht so falsch und die Ibanez macht hier eine richtig gute Figur. Das rotzt ganz gut - auch deutlich über Zimmerlautstärke ohne nennenswerte Feedbackprobleme. Die Lautstärke einer Session habe ich nicht getestet, da ist dann irgendwann Heulen und Pfeifen sicher, ist schließlich Luft in der Gitarre.
Erst beim Schreiben dieser Zeilen fiel mir auf, dass ich dem Thema Bespielbarkeit gar keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Alles war rund und flüssig, die Gitarre unterstützt alles, was ich so mache. Mehr kann ich erst sagen, wenn das Setup (dickere, geschliffene Saiten, richtige Oktavreinheit und höhere Saitenlage) mir mehr entgegen kommt. Hals- und Korpusform sind jedenfalls schon mal bequem.
Noch einmal zurück zu meinen kritischen Anmerkungen. Andere Saiten, richtige Oktavreinheit und nervendes Innenleben im Instrument lassen sich in Ordnung bringen. Diese Dinge wären kein Thema, wenn ich in einem normalen Laden gekauft hätte und nicht beim Online-Versender.
Alles in allem ist das ein sehr anständiges Instrument und es gibt nichts Substanzielles zu meckern. Für den Preis ist die Gitarre regelrecht erstaunlich. "Unbedingt antesten"? Nein, nur wer sowas grundsätzlich mag. Für die anderen ist das vertane Zeit.
Noch Fragen offen?
Gruß
Matthias
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