Re: (Effekte) Frust


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Beitrag von Benjamin S. vom Mai 18. 2004 um 16:21:40:

Als Antwort zu: (Effekte) Frust geschrieben von Woody am Mai 18. 2004 um 12:26:04:

Hi Woody,

: da habe ich einen guten Jazzgitarrenlehrer, Amp und Gitarre für ein Schweinegeld und finde seit Wochen nicht die Zeit und vor allem nicht die Muße, zu üben.

So ist das Leben... Ich denke mal solche Phasen gibt es immer wieder. Manchmal halten sie einen Tag an, mehrere Tage, Wochen oder gar Monate...

: An der Uni habe ich jede Woche einen A**** voll Arbeit, und meinen Job muß ich nebenbei auch noch versehen. Ich bin gar nicht so selten zu Hause, aber wenn, dann habe ich keinen Kopf mehr, mich hinzusetzen, und produktiv zu üben und komme seit Wochen nicht vorwärts.

Mittlerweile hab ich ja schon länger ne Fernbeziehung am Laufen, arbeite knapp 40 Stunden/Woche und bin ja auch noch religiös ziemlich aktiv. Sprich: Soviel Zeit bleibt da eigentlich gar nicht mehr übrig und wenn ich mal die Momente hätte, um mich hinzusetzen und was zu machen, ist dass letzte was mir in den Sinn kommt 'Jetzt üb mal dieses und jenes Stück'. Maximal fuddle ich etwas auf der Gitarre rum, um den Sound mal wieder gehört zu haben... *g*

Aber deine Gefühle kann ich nachvollziehen. Gerade wenn man sich eigentlich Ziele steckt, denen man nachjagen möchte. Schlimm wird's nur dann, wenn man sieht, dass man nicht da hinkommt wo man möchte. Das raubt dann meistens auch noch das letzte Stück Motivation, welche durch den Stress und Druck rundherum ohnehin ziemlich 'klein' geworden ist.

Kurz und bündig: Druck und Stress sind Spasskiller!
Und wenn's keinen Spass mehr macht, bringt die beste Gitarre, der beste Amp und der beste Unterricht nichts mehr.

Ich kann mich eigentlich nur meinen Vorrednern anschließen. Wenn du im Moment unzufrieden bist, dann lass es mit dem Üben bleiben. Dann merkt man zwar manchmal ziemlich schnell ein Verschlechterung in der Spielqualität, die holst du aber in 1-2 Tagen auf, wenn du mit Freude übst. Das kann denk ich hier auch jeder bestätigen.

Zu deiner Beruhigung: Technisch bin ich ja nun auch niemals da angekommen, wo ich hinwollte. Vor einigen Monaten hatte ich eigentlich fast komplett aufgehört mit Spielen. Die Gitarre wurde stellenweise länger als 4 Wochen nicht mehr in die Finger genommen.
Nach dieser Zeit merkt man dann auch schon mal, dass man noch schlechter wird, als man ohnehin schon war... ;)

Aber jetzt fange ich mal wieder locker-flockig mit einzelnen Übungen an und merke dabei nur, dass die Technik etwas unsauberer geworden ist. Aber verloren ist da nichts. Nach einer Woche spielen und üben mit Spass merke ich schon wieder unglaubliche Fortschritte und glaube besser zu spielen, als ich jemals konnte!

Mein Fazit:
Du spielst niemals so gut, wie du willst.
Du spielst niemals so schlecht, wie du denkst.
Wenn die Zeit im Moment sehr stressig für dich ist, stell die Gitarre hinten an. Wenn du gestresst bist, klingt dein Spiel auch gestresst und du wirst noch unzufriedener.

Stell die Gitarre ein paar Tage/Wochen hinten an und wenn du Musik im Blut hast, wird dich das schon nach kurzer Zeit Abstinenz wieder zum Spielen drängen, dann aber ohne Erfolgsdruck und mit Spass! :)

Lass dich nicht hängen!

Gruß
Ben



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