Konzert - Geraldine MacGowan


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Beitrag von Matthias vom Februar 17. 2003 um 18:21:29:

Liebe Gemeinde!

Am Freitag war Geraldine mal wieder in der Stadt. Ich hatte mich schon wochenlang gefreut, denn Geraldine hat eine unglaublich tolle Stimme, singt nicht immer allzu "dogmatischen" Irish-Folk und wurde in letzter Zeit von dem Ausnahmegitarristen Chris Jones begleitet. Vor drei Jahren hatten sie noch einen schüchternen, jungen Bengel an der Querflöte dabei, der mordstalentiert schien. War ein richtig tolles Konzert. Ja, ich bin ein Fan!

Am Freitag erschien plötzlich ein dicker Mann auf der Bühne und stimmte die bereit liegende Akustikgitarre. Also ohne Chris Jones heute, mal sehen. Der dicke Mann stimmte seine ebenso dicke Lowden nach Gehör und Madame drehte sich spontan zu mir und meinte empört: Das klingt doch nach Plastik! Recht hatte sie. Unverstärkt und in der fünften Reihe war unverkennbar, dass hier dünne Saiten und ein dünnes Plektrum ihr Unwesen treiben sollten. Mir schwante Böses.

Etwas beunruhigt war ich auch wegen des großen Keyboards auf der Bühne. Aber warten wir es ab. Der dicke Mann stimmte, verließ die Bühne wieder und siehe da, schon war er wieder da, gemeinsam mit Geraldine und dem nicht mehr ganz so schüchternen, jungen Bengel, der seine Querflöte mit hatte aber erst einmal am Keyboard Platz nahm.

Und dann ging das los. Der Gitarrist zählte an und spielte los. Der Sound war schlimmer als befürchtet. Der Bengel an den Keyboards schob einen Synthiebass plus Flächen über sein Geschrammel, was die Sache voller aber nicht besser machte. Geraldine fing an zu singen, die Stimme immer noch groß - und groß und weit war auch der Hallraum, der auf den Gesang gelegt wurde. Vielleicht ein bißchen sehr viel zu viel Hall. Nicht schön, das Ganze.

Zweiter Song, Geraldine nervös, hektische Ansage in irischem Akzent, kein Wort zu verstehen wegen der Hallfahne. Soll ein Ballade werden, irgendein Idiot nebelt die gesamte Bühne ein. Der Gitarrist fällt vor Lachen fast vom Hocker, der Keyboarder grinst mit - während Geraldine versucht, eine gefühlvolle Stimmung zu erzeugen.

Zwischen den Songs dreht der Klampfer an seinem einen Bodeneffekt die Verstärkung runter und stimmt dann immer nach Gehör. Was den Keyboarder aber nicht stört, schon mal loszuspielen. Unprofessionell.

Dieser Eindruck setzt sich so fest. Eine singt, zwei mucken mehr oder weniger ambitioniert mit. Als der Keyboarder zur Flöte greift, wird es noch schlimmer. Jigs und Reels bis zum Abwinken, virtuos bis zum Abwinken aber unglaublich langweilig.

Machen wir es kurz, ich kann nur die erste Hälfte des Konzerts beschreiben, denn in der Pause sind wir gegangen.

Tja....

Mahlzeit

Matthias




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