Re: (Technik) Mikrofonvorverstärker
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Beitrag von Ingo Z. vom Februar 10. 2002 um 11:02:33:
Als Antwort zu: (Technik) Mikrofonvorverstärker geschrieben von Fabian am Februar 09. 2002 um 18:23:48:
Hallo auch !!
: ... zur Mikrofonierung wird anfangs einfach ein Shure SM57 herhalten. So, dann fehlt halt noch ein Mikrovorverstärker, und genau da hab ich überhaupt keine Ahnung von...
Wenn Du wirklich kein externes Effektgerät (Hall?) anschließen willst, genügt IMHO ein mittelmäßiger Vorverstärker, auch mit dem SM57 -> Gitarrenabnahme (SM58 ist eigentlich die Gesangsvariante, oder?)
Allerdings sind die technischen Daten schon sehr wichtig ! Ich versuch mal, Deine einzuschätzen:
... ein 4-Kanal Mikro Mischpult für 50 euro:
Hmmm..... ´DAS KÖNNTE ZUSEHR RAUSCHEN !!! UNBEDINGT IM LADEN TESTEN; Zur Not einen kleinen HIFI-Verstärker + Box mit guten Hochtönern mitnehmen.
: Störabstand > 70 db
db: keine Maßeinheit, wie Meter, sondern eine Art Verhältnismaß für viele Spannungs/Strom/´Leistungsverhältnisse, hier:
Verhältnis des Nutz-Signals zum Störsignal [Signalspannung] (vielleicht ist das Rauschen gemeint?)
Störabstand = 20 lg (Nutzsignal/Störsignal) [dB]
Beispiel: STörsignal: 10 uV = 0,00001 V Nutzsignal: 1,0 V
Störabstand: 100 dB (nachrechnen, lg 100.000 = 5; 5x20=100 dB) [Kopfrechentip: 1 Volt hat 5 Zehnerpotenzen mehr als 10 uV, 5 x 20 = 100 dB. Bei Zwischenwerten sinnvoll runden, es kommt wirklich nur auf die Zehnerpotenz an)
70 db bedeutet dann rund 10.000 : 1, d.h. das Nutzsignal ist 10.000 mal größre, als das STörsignal (DAS DÜRFTE REICHEN !)
: Klirrgrad < 0.1%
Der Durchschnittsmensch (HIFI-Hörer) hört ab 0,5% Klirr eine Verzerrung, Gitarristen erst ab 20% :-)
Müßte also gut genug sein.
: Frequenzbereich 20-20000 Hz
Das ist mehr, als der Durchscnittsmensch überhaupt wahrnehmen kann.
: Ansonsten hat es für jeden Kanal einen Pegel- und Panregler, sowohl 6,3mm Mikro Eingänge (1,5mV/10kOhm) als auch Line Eingänge (150mV/80kOhm)...
Also, ich empfehle Dir, das Ding ruhig auszuprobieren, vielleicht kannst Du den Elektriker (i.allg gemütliches Völkchen ;-) überreden, daß er es Dir umtauscht, wenn DU nicht zufrieden bist. Viele Märkte machen das auch heutzutage.
Das Problem mit diesen Mischpulten ist nicht, daß sie den Klang verfälschen oder zerren, meist rauschen die, weil billige Operationsverstärker verwendet werden. Also vor allem (aber nicht nur) darauf achten! Oder die Potis kratzen, schlimmstenfalls ab Werk (AUSPROBIEREN!), manchmal schon nach 1, 2 Jahren. Auch auf den Gesamteindruck des Gerätes achten: Wirkt es auf den ersten Blick "lieblos zusammengewurschtelt", würd ich es stehenlassen.
Es gibt natürlich besseres für solche Zwecke, z.B. würde ich einen Kompressor davorschalten (ham wir bei Cubase so gemacht), dann hat sich das eh erledigt, da alle Mikro-Effekte einen Eingangsverstärker haben. Oder einen Röhreneingangsverstärker, der komprimiert ebenfalls, rauscht bei richtigem Aufbau nicht, kaufen ist allerdings IMMER SAUTEUER, da meist als sog. High-End vermarktet. Da hilft nur selberbauen...
: (oder brauch ich etwa XLR Eingänge?
Nein, nicht unbedingt, nur bei der schon beschriebenen Phantomspeisung sind die hilfreich, ansonsten reicht Klinke.
Gruß Ingo
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