Re: (Philosophie) Die gute alte Schaffenskrise


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Beitrag von Benjamin S. vom Oktober 07. 2001 um 16:00:20:

Als Antwort zu: (Philosophie) Die gute alte Schaffenskrise geschrieben von Der Felix am Oktober 06. 2001 um 23:47:36:

Hi Felix!

: Benjamin's Soundfile hat's mir mal wieder vor Augen geführt: Ich kann nix! Danke Benjamin!! ;-)

Autsch! *ggg*

Ich hatte eine ganze zeitlang das Problem eben nicht gescheit über meinen Amp zu spielen ohne andere damit zu belästigen. Seit Pod hat sich das geändert, weil man gute Sounds bei Zimmerlautstärke hat. Ich fuddele eigentlich auch mehr rum, als das ich konsequent spiele. Die einzigen Übungen die ich wirklich mache, ist wenn ich mal eine Aufnahme habe und einen verdammten Lauf in 16tel bei 120-140bpm im Wechselschlag spielen möchte. Dann setze ich mich mit Metronom hin und übe langsam, um sauber zu spielen. Das wars dann aber auch schon. Solche Sachen kriege ich dann auch nur für 2-3 Tage hin, solange ich speziell dafür über. Danach geht's schon wieder nicht mehr...
Grundsätzlich ist es aber auch so, daß man mind. 30min spielen sollte, weil man da erst langsam warm wird.

Und auch bei mir gibt es Phasen, in denen ich die Gitarre mal 3 Wochen überhaupt nicht anfasse und denke mir, jetzt kann ichs schon vergessen. Danach nimmt man die Gitarre aber einfach mal wieder unvoreingenommen in die Hand und spielt drauf los. Plötzlich klingt die wieder!!! :-)
Natürlich lässt auch bei sowas immer ein bißchen Technik nach. Aber man wird auch nicht glücklich damit, wenn man nur 16tel bei 150bpm spielen kann oder der Tapping-König ist, wenn man nix gescheites hat, was man spielen kann... :-)

Ich merke z.B. das bei mir mit der Geschwindigkeit nix mehr zu machen ist... Also setze ich mich jetzt hin und versuche hier und da Melodien, Riffs oder Soli nachzuspielen. Man spürt eben daß das Gitarrenspiel mit der zeit detailverliebter und nuancenreicher wird. Und darauf freue ich mich.
Beispiel: Seit einem Jahr hab ich es nicht mehr geschafft mir neue Patterns draufzuschaffen, meine Theorie zu verbessern oder meine Geschwindigkeit zu erhöhen. Trotzdem sagt mir ein anderer Gitarrist, daß ich ihn technisch in den letzten Monaten eingeholt hätte, obwohl er nicht schlechter geworden ist... Klingt für mich seltsam, aber ist seine Meinung. Das man besser wird (oder einfach überzeugter spielt), merkt man oft gar nicht.

Fazit: Wenn Dir die Gitarre auf die Nerven geht, häng sie ein paar Tage an die Wand. Irgendwann bekommst Du von ganz alleine wieder Lust das Ding zu spielen. Und je mehr Spaß Du am Spielen hast, desto besser gefällt Dir Dein Spiel auch!

Lass Dich nicht von 6 Saiten kleinkriegen! :-)

Gruß Benjamin


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