Re: (Philosophie) Sinnkrise


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Beitrag von Benjamin S. vom September 29. 2001 um 22:27:36:

Als Antwort zu: (Philosophie) Sinnkrise geschrieben von Matthias am September 29. 2001 um 21:30:23:

Hallo Matthias!

: Mein Problem istt, dass mir Klavierspielen leichter fällt als Gitarrespielen. Hey, verdammt, ich spiele seit etwa der Hälfte meines Lebens Gitarre! Trotzdem sehe ich regelrecht auf der Tastatur die richtigen Töne, während ich auf der Gitarre suchen muß. Dass mir das Spielen auf der Gitarre nach all der Übungszeit leichter fällt, ist ja wohl kein Thema, schließlich habe ich das ja gelernt. Aber irgendwie bin ich einfach der Überzeugung, dass die Tasten mir deutlich mehr liegen als die Saiten.
: Was soll ich bloß tun?


Abwarten... Wenn Dich die Lust ergreift, setz Dich dran und spiel drauf los, schließlich ist die Musik ja dazu da. In den meisten Fällen ist es auch einfach der Reiz des Neuen, der einen dabei so fasziniert. Es ist vor allem ein großer Unterschied, ob einem das Intrument gefällt oder ob man sich wirklich damit ernsthaft damit befassen will. Letzteres braucht nämlich seeehr viel Entschlossenheit und Motivation.

Aber ich schildere einfach mal meine Erlebnisse mit diesem herrlichen Instrument. Ich hatte nun 2 Jahre lang Gitarre gespielt und kam langsam mit dem Instrument zurecht. Irgendwann habe ich bei einem Bekannten einen Synthesizer (der Vergleich zum akustisch etwas voluminöseren Klavier hinkt hier natürlich gewaltig) angespielt und war hin und weg, wie einfach man damit Musik machen kann. Man mußte gar nicht nachdenken um diatonisch korrekte und damit meist schön schlüssige Melodien zu spielen. Der Bass war auch immer sofort eindeutig zu spielen, wegen des schönen übersichtlichen Aufbaus der Klaviatur (btw. damit kann man herrlich einfach in Modes spielen... einfach auf den weißen Tasten spielen und im Bass ein D. Schon spielt man automatisch dorisch *g*).
4 Wochen später hatte ich mir auch einen kleinen Synthesizer gekauft, um mein neues Gefühl zu befriedigen.

Ergebnis: Persönlich spiele ich das Instrument überhaupt nicht mehr. Allerdings lege ich mir für meine Aufnahmen damit Flächen, hier und da wird auch ein Solo mit einer schönen Synthie-Lead-Stimme gespielt. Schließlich geht das auf einer Keyboard-Tastatur wunderschön einfach (läßt sich ja viel labbriger spielen, als ein richtiges Klavier) und ich spiele Sachen auf der Tastatur, für die ich Jahre bräuchte um sie auf der Gitarre zu beherrschen. Andererseits klingts mit dem Keyboard dann auch einfach... :-)

Und vor kurzem hab ich das Ganze wieder mal mit dem Schlagzeug erlebt. Jetzt steht ja seit Montag ein E-Drum in meinem Wohnzimmer und der erste Anflug von Wahnsinn ist wieder vorbei; nun setzen die Depressionen ein (Verdammt ist das schwer - meine Fresse hat das Kohle gekostet - Du reitest dich aber immer wieder in so'n Mist rein...). Jetzt kommt die Frage, ob ich das Instrument wirklich ernsthaft spielen lernen will. Naja, meine Antwort heißt ja! :-)

Aber jetzt hab ich eigentlich schon wieder mehr über mich gesprochen, als über Dein Problem... :-)

Epilog: Das Instrument spielen macht immer Spaß. Irgendwann kommt aber der Punkt an dem man zu sich sagt:'Hmm... Schön und Gut. Aber wenn ich mich nicht konsequent hinsetze bekomme ich nie was Richtiges auf dem Instrument zu stande'. Das ist der Punkt an dem man meist am Instrument scheitert, wenn man sich nicht wirklich das eiserne Ziel gesetzt hat, es zu lernen. Setz Dich hin und spiele nach Herzenslust. Den Rest wird die Zeit zeigen!

Gruß Benjamin


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