Re: Quwel
Beitrag von erniecaster vom Oktober 27. 2026 um 08:15:28:
Als Antwort zu: Quwel geschrieben von Friedlieb am Oktober 25. 2026 um 13:15:16:
Hallo Friedlieb,
vielen Dank für die Erläuterung. Insbesondere die Zeichnung ist sehr bezeichnend und das gleich in mehrerer Hinsicht.
Mir drängt sich direkt der Begriff des "Elefanten auf tönernden Füßen" auf. Hier lässt sich schon herauslesen, dass eine derartige Konstruktion keine neue Erfindung ist, sondern es so etwas schon lange gibt. Und da keimt dieser Groll in mir hoch. Es gibt eine massive Schwachstelle und keiner fühlt sich berufen, da mal ranzugehen. Das ist für mich okay, wenn man sein Küchenregal so zusammenbaut aber nicht in Bereichen, die sicherheitsrelevant sind.
Dieser Bereich ist es aber und da ist das Verhalten der gesamten Branche - wer auch immer "zuständig" sein mag - schon überdenkenswert.
Ich muss bei der Arbeit mit Apple-Produkten umgehen und das hat mir einiges klar gemacht. Seit Urzeiten bediene ich Microsoft-Produkte schon an vielen Stellen mit "muscle memory". STRG C, STRG V - ich muss über die Shortcuts gar nicht nachdenken, tatsächlich weiß meine linke Hand, wo die Tasten sind und wie weit sie sich spreitzen muss. Funktioniert nur bei Apple nicht so. Erstens ist meine Arbeitstastatur kleiner als eine Standard-Microsoft-Tastatur und mein Chef findet die Form ohne Tastenblock viel stylischer als die mit Tastenblock. Zweitens funktionieren diese Shortcuts nicht.
Das @ ist auf einer Apple-Tastatur auf einer anderen Stelle und mit Alt Gr + Q schließt man ein Fenster. Ganz toll beim Schreiben von Mails für einen Windows-Junkie. Und versuche mal auf einer Apple-Tastatur zu googlen, wo das @ auf einer Apple-Tastatur ist, wenn du nicht weißt, wo das @ auf einer Apple-Tastatur ist.
Ich spiele mit dem Rechner nicht rum, für mich ist das ein Werkzeug. Dieses User-Interface ist für mich ungewohnt und bremst mich damit aus.
Ist Microsoft deswegen eine Art "Gold-Standard"? Nein, absolut nicht. Ganz im Gegenteil hätte ich auch Interesse daran, dass mein privater Rechner und viele andere auch auf Software basieren würden, die nicht ausschließlich aus den USA und da auch noch aus einer Handvoll Hände kommen. Das könnte ich natürlich tun, wiederhole aber einen Satz von oben: Ich spiele mit dem Rechner nicht rum, für mich ist das ein Werkzeug. Warum gibt es da so wenige Standards?
Die Automobilindustrie, bei der auch nicht alles Gold ist, hat es wenigstens geschafft, dass der Blinker für den Autofahrer problemlos zu finden ist. In der Gitarrenindustrie kann man fröhlich Pickups tauschen, wenn man will, weil die alle die gleiche Größe haben - nur Paul Reed Smith kommt heutzutage noch auf die Idee - aber das Fass machen wir jetzt nicht auf.
Ich kenne mehrere Branchen, in denen die "Fachleute" wirklich ihre Anführungsstriche verdienen. Wenn man sich selbst ein paar Fachkenntnisse angeeignet hat, kommt die ernüchternde Erkenntnis, dass die auch nur mit Wasser kochen und das nicht mal besonders heiß. Marketingversprechen statt Substanz, Bullshit-Talking statt klaren Aussagen, Ideenklau statt eigener Innovation etc.
Früher sagte man so schön "Klappern gehört zum Handwerk" und vermutlich ist das auch so. Ich habe nur das beklemmende Gefühl, dass heutzutage Klappern das Handwerk vollumfänglich ersetzt. Und das ist wie gesagt in allen sicherheitsrelevanten Bereichen nicht wirklich beruhigend.
Warum fällt mir gerade jetzt Homer Simpson ein?
Soviel für jetzt.
- Re: Quwel Tom(2) 27. Oktober 2026 11:30:37
Antwort schreiben (Jede/r sollte vorher einmal das hier gelesen haben. Danke.)