(Effekte) das elektroakustische Pedalboard
Beitrag von erniecaster vom Juli 26. 2026 um 15:41:50:
Hallo zusammen,
da Andreas gefragt hat, ziehe ich mal die Beschreibung meines akustischen Pedalboards vor.
Ich habe für die Akustikgitarren und für die E-Gitarren jeweils ein separates Board. Das liegt auch daran, dass ich einen Gig entweder komplett akustisch oder komplett elektrisch spiele. Ich brauche einfach ein paar Minuten, um mein Spiel neu zu justieren und sowas wie "eigentlich E-Gitarre aber zwei akustische Nummern zwischendrin" kann ich einfach nicht gut. Ist mir auch zu viel Schlepperei.
Das ist alles Stand gestern. Mittlerweile habe ich nämlich schulterzuckend akzeptiert, dass so ein Pedalboard nie fertig wird. Und ich hab auch noch zwei...
Ich benutze ein klassisches Haubencase von Stagg, Breite 52 cm, Tiefe 28 cm.
Die sind definitiv nicht für eine Welttournee oder den Transport durch Roadies gedacht, für mich als selbst schleppenden Amateur reicht das aber komplett aus. Bis vor ein paar Wochen hatte ich für die Akustischen noch das gleiche Board eine Nummer kleiner. Dann war mir das aber insgesamt zu eng gepackt und ob das Board zehn Zentimeter breiter ist oder nicht, macht für den Transport den Kohl nicht fett.
Ich benutze übrigens überall Klett von Conrad, sackteuer aber gut. Flauschband auf die Fläche, Hakenband auf die Effekte.
Erstes Pedal in der Signalkette ist ein Boss PQ3B. Das ist ein semiparametrischer EQ für Bässe, der seit Jahren nicht mehr gebaut wird und eines der ersten Pedale, das ich jemals gekauft habe. Das Ding funktioniert als grundsätzlich Buffer, als Preamp, EQ oder als Booster. Bei mir ist das Ding im Moment nur Booster für Soli oder Fingerpicking. Sollte es aber ein Problem geben, ist das hier ein mächtiges Werkzeug. Und ich liebe das Gehäuseformat und die geräuschlosen Fußschalter von Boss.
Der PQ3B ist ganz rechts auf dem Board. Es ist das einzige Pedal, das ich beim Spielen schalte und so muss ich nicht lange suchen. "Ganz rechts" bedeutet bei mir, dass der Winkelklinkenstecker des Gitarrenkabels nicht über das Board übersteht, damit da keiner drauftritt. Nein, ich bin nicht paranoid - ich hatte halt schon Leute auf der Bühne, die ausgelassen getanzt haben und wegen zu viel Alkohol oder anderer bewusstseinserweiternden Substanzen nicht ganz Herr ihrer Sinne waren. Und den unvergesslichen Dreijährigen, der mal bei einer Hochzeit mit seinem Bobbycar über mein Pedalboard fuhr...
Nächstes Pedal im Signalweg ist ein Boss TU-2 als Stimmgerät, muss ich nicht erklären. Völlig veraltet, tut aber was es soll. Dahinter ein "always on" Boss GE7, wenn ich die Yamaha AC3R spiele, damit korrigiere ich ein bisschen die Mittenfrequenzen. Spiele ich die APX600, ist der GE7 aus.
Alle drei Bosse werden von einem Netzteil mit einer Daisychain versorgt. Danach kommt ganz stumpf eine Palmer Pro PAN 01 passive DI-Box. Passiv ist toll, braucht keinen Strom, macht keine Zicken und in all den Jahren hat sich keiner über schlechten Sound beschwert. Schon klar, dass die D.I.-Box weit genug weg vom Rand des Pedalboards steht, dass keiner auf den XLR-Stecker treten kann, oder? Dann noch eine Altoid-Dose für Picks und Kapo auf das Board geklettet, fertig.
Eine winzige Prise Hall kommt vom Mischer und zwar der gleiche Hall, der auch auf den Stimmen liegt – nur sehr viel weniger. Keine andere Effekte.
Als Backup für die Bosse habe ich ein Zoom MS50G in meiner Einsatztasche. Das Ding ist in Sachen EQ und Boost klanglich ganz prima, von der Bedienung aber ein wenig umständlich.
Ganz schön viel geschrieben für zwei EQs und ein Stimmgerät...
Antwort schreiben (Jede/r sollte vorher einmal das hier gelesen haben. Danke.)