Re: (Philosophie) Seid ihr als Musiker glücklich? Zufrieden?


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Beitrag von ferdi vom Juni 14. 2022 um 06:43:23:

Als Antwort zu: Re: (Philosophie) Seid ihr als Musiker glücklich? Zufrieden? geschrieben von martin am Juni 13. 2022 um 16:41:43:

Moin,

tja, das musste dich wohl triggern.

Wir haben das Thema ja schon mehrmals diskutiert, du und ich, und du bist immer bei dem Konzept geblieben. Ich habe 2015 mit einer Ausnahme auf jeder dieser Sessions gespielt und versucht, minimalen Einfluss zu nehmen.

Die F&S-Sessions haben ein Konzept, das "am Markt" gut funktioniert, viele Leute zieht. Organisiert war es ja so, dass man sich ein Set zuteilen lässt, das auf den Wünschen der Sängerinnen basiert, und das man dann nach minimaler Vorbereitung (ein, zwei Tage) so bedient, dass die singen können. 

Und es bedeutete für die Musiker leise zu spielen, sensibel zu sein und gegebenenfalls zu reagieren und an die passenden Songstellen zu springen (auch wenn sie nicht an der Reihe gewesen wären).

Allerdings bedeutete es das, ja. Und schlug man mal etwas "Gitarristisches" vor - zB die I'D RATHER GO BLIND-Version von Joe Bonamassa und Beth Hart - dann sah man seine Sängerin 15 min vor Auftritt mit dem Handy das YouTube-Video der Beoncé-Version anschauen. Ich habe mich darauf eingelassen, habe ein Jahr lang versucht zu lernen und "was mitzunehmen" und, obwohl es durchaus auch gute Momente gab, fand es insgesamt so, dass ich nach diesem Jahr nie wieder hingegangen bin, auch nicht als Publikum. 

Es bedeutete für die Musiker NICHT einen perfekten Gitarrensound mit handgeblasenen Museumsröhren in Jimi Hendrix Lautstärke zum Besten zu geben. Es bedeutete auch NICHT einen Extraapplaus für eine tolle #11 zu bekommen.

Ich habe dich verletzt und du trittst mir jetzt gegen das Schienbein. Nachdem ich dein Posting zu Felix' Ausgangsfrage gelesen hatte, dachte ich mir auch, hm, hätteste mal besser diplomatischer formuliert, aber ... hab ich nicht. Tritt mal, passt schon. Daran, dass ich "Musik als Dienstleistung" und "Handwerk" kritisch sehe und mir "Musik als Kunst" besser gefällt, ändert das nichts. Man ist eben verschieden. Macht doch nichts. 

Gruß, Ferdi




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