Testbericht einer 1:1 Kopie der Box of Rock
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Beitrag von Blind Chris McFear vom Januar 23. 2008 um 13:27:06:
Hallo,
ich hab's auch schon im Grünen gepostet, aber ich glaube, das könnte auch hier ein paar Leute interessieren...
Ausgangssituation: ich habe einen älteren Laney AOR 3012 Series II Combo mit 1x12" Speaker, geschlossene Rückwand, Eminence GB12 Speaker (Greenbacksound mit mehr Watt und höherem Wirkungsgrad), einige Parts im Signalweg habe ich gegen hochwertigere getauscht, Röhrenbestückung laut Empfehlung von Tube-Town (TungSol 12AX7, EH 12AX7, EH 12AX/, JJ ECC83s Balanced, 2x JJ 6V6s). Das geht also schon mal Richtung Marshall. Die Zerre des Amps klingt gut, aber ich wollte ein Setup haben, mit dem ich auch über "fremde" Amps meinen Sound habe.
Bei meiner Suche bin ich auf ebay auf Weehbo Effekte gestossen. Diese werden seit kurzem von Hand in Deutschland gebaut. Der Preis für eine "Rox of Bock" beträgt 125,- (zum Vergleich, die BoR von Z.Vex made in Taiwan, oder war's Thailand, und assembled in USA kostet ca 240,-).
Laut Eike von Weehbo handelt es sich bei der Rox of Bock um eine 1:1 Kopie der Box of Rock. Verwendung findet high-quality 3PDT Schalter (für True Hardware Bypass), Alpha Pots, Neutrik-Buchsen, Metallschichtwiderstände mit 1% Toleranz, Folienkondensatoren (die BoR hat aufgrund der kleinen Größe Keramikkondensatoren), sowie Elkos von Jamaicon und Xicon und Halbleiter von Fairchild und Zetex. Nachdem es ein Rückgaberecht von 30 Tagen gibt, habe ich mir gedacht, dass ich da nicht viel falsch machen kann.
Ein paar Tage nach der Bestellung (nach Ö. braucht's länger) ist das Teil gut verpackt bei mir eingetroffen, Seriennr 5. Ein Westfalia Schraubendreher gehört gleich zum Lieferumfang, weil man das Bodenblech zum Battarietausch entfernen muss. Ich verwende sowieso ein Netzteil, hab das Ding aber trotzdem zur Begutachtung der Verarbeitung aufgeschraubt. So einen ordentlichen und guten Job habe ich noch bei keinem Treter gesehen, also diesbezüglich gibt's nichts zu beanstanden. Die ultrahellen LEDs sehen im Betrieb ziemlich cool aus, das blendet schon fast...
Und jetzt zum Sound: das Ding klingt wirklich wie ein voll aufgerissener Plexi. Mit High-Gain hat das nichts zu tun (geht auch, mehr dazu später). Es rotzt in den (starken) Bässen und unteren Mitten, dass es eine Freude ist, die Höhen kommen schön aggressiv rüber, das lässt sich gut mit dem Tone-Regler gut steuern, der sich eigentlich nur auf die Höhen auswirkt. Auf das Volume-Poti reagiert die RoB wie ein richtiger Amp. Mit Drive voll aufgedreht, lässt es sich bis ganz clean runter regeln. Einen Treble-Bypass-Kondensator sollte man dann aber schon am Volume-Regler haben.
Wem der Bassanteil mit dem Halspickup zuviel wird, nimmt entweder das Volume an der Gitarre etwas zurück oder schaltet einen Treble-Booster davor. Auch hier reagiert die RoB wie der richtige Amp. Ich booste mit einem Digitech Bad Monkey, weil der Bypass sound-neutral ist, er jeweils einen Regler für Bass und Höhen hat, als Booster sehr gut klingt und wenig kostet. Auch hier lassen sich mit Hilfe des Volume-Pots wieder x-Sounds herauskitzeln.
Wer gerne mehr und moderneres Gain haben möchte, das geht auch. Man schaltet einfach einen Compressor vor. Sollte der zuviel rauschen, kann man ihn auch nach der RoB schalten. Das kommt auch gut. Die Bässe gehen eine Spur zurück, der Sound wird dichter. Wer die Live-Version von Tom Jones "Come Together" (auf Reload +2) kennt, das kommt ziemlich gut hin...
Der Booster der RoB boostet sehr linear und lässt den Sound der Gitarre in Ruhe, so soll es sein. Die Boostreserven sind enorm.
Fazit: das Preis-/Leistungsverhältnis ist sensationell. Ich bin neugierig, wie lange die Teile noch so günstig bleiben. Naja, mir kann's ja egal sein. *gg* Mit dem Teil bin ich in Sachen Zerre versorgt. Ich bekomme mit Hilfe des Volume-Pots, eines Treble-Boosters und eines Compressors alle Zerrsounds raus, die ich für Rock, Hard-Rock, Blues und Funk brauche. Irgendwie ist mir jetzt nach Gründen einer Led Zep Tribute Band. ;-)
Grüße Christian
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