Re: Und warum wollen die dafür meine E-Mailadresse?


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Beitrag von Elwood vom Oktober 23. 2007 um 14:18:38:

Als Antwort zu: Re: Und warum wollen die dafür meine E-Mailadresse? geschrieben von diet am Oktober 22. 2007 um 22:28:19:

Moin Leute.

ich habe auch gestern dort unterschrieben.

Ich denke, der Fall gestaltet sich hier etwas anders als
"die braunen Massen marschieren auf und pöbeln/skandieren
Parolen".

In verschiedenen Bereichen zeigt sich, dass nationalsozialistisches
oder rassistisches Gedankengut längst Eingang gefunden hat in
einen gesellschaftlichen Konsens.

Eine Mehrheit der Leute, die solche Liedtexte gut finden oder
zumindest in der Lage sind, Texte wie diese unreflektiert hinzunehmen
würden mit Sicherheit von sich behaupten, gegen Neonazis zu sein -
Der Neonazi von heute trägt aber nicht mehr Glatze, Bomberjacke,
Springerstiefel und einen dümmlichen Blick zur Schau und weiß
einfach keine Argumente. Der Neonazi von heute ist mit Palästinensertuch oder Anzug und Aktenkoffer gewappnet und seine
nicht als Parolen, sondern als "gutbürgerlich" getarnten Ansichten,
die nichtsdestotrotz für den kritischen, halbwegs intelligenten Leser als
fadenscheinig oder menschenverachtend zu entlarven sind fallen auf einen fruchtbaren Boden in der Mitte der Gesellschaft.

Ach, ich schreibe mich wieder in Rage, ich höre lieber auf,
den meisten von euch erzähle ich damit hoffentlich eh nichts Neues.

Was ich sagen will ist dass ich den Eindruck habe, dass Rechtsextremismus mMn heute in einem ganz anderen Gewand daherzukommen scheint als in den 90ern, als es in Solingen brannte.

Schöne Beispiele dafür sind nicht nur der latente Rassismus in vielen Bereichen unserer (Pop-)kultur sondern zB auch Phänomene/Personen wie ein Roland Schill, ein Jörg Haider, eine Aktion wie proKöln e.V. oder Äußerungen wie die zuletzt von Frau Hermanns Getätigten. Und eben auch die deutliche Herabwürdigung von Frauen, Schwarzen, Schwachen, Armen, Kranken oder sonstigen Gruppen durch kommerziell erfolgreiche und durch einen Großteil der Öffentlichkeit scheinbar kritiklos angenommener Popmusikinhalte.

Das Meiste sieht eben nicht mehr rechts aus, ist es aber!


So.
Jetzt mach ich aber mal nen Punkt!

LG
Helge


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