Re: (Privat) Gig-Review


[ verfasste Antworten ] [ Thread-Anfang ] [ Aussensaiter-Forum ]

Beitrag von erniecaster vom August 06. 2007 um 20:47:24:

Als Antwort zu: Re: (Privat) Gig-Review geschrieben von Friedlieb am August 06. 2007 um 19:36:11:

Hallo!

Womit sich für mich gleich die Frage anschließt: was können wir selbst tun, um ein Umfeld zu schaffen, in dem diese Athmosphäre der Hilfsbereitschaft und Hingabe entsteht?

Kurz gesagt: Freundlich sein, möglichst niemandem Stress machen und das Personal als Kollegen respektieren.

Ein Patentrezept gibt es sicherlich nicht; was wir dafür tun, sollte an sich selbstverständlich sein. Ein Gig GEGEN das Personal kann nicht gutgehen. Wir packen also nicht gleich Boxenstative oder Boxen oder große Cases aus, sondern gehen ohne jedes Gepäck erst einmal in den Raum, in dem gespielt werden soll. Dort suchen wir jemanden vom Personal, stellen uns freundlich vor und fragen, wo wir uns denn aufbauen sollen. In diesem Fall war das Personal auch gleich freundlich zu uns, fragte wie gesagt nach Getränkewünschen oder ob wir sonst irgendwas brauchen würden, die Kabeltrommel wurde uns unaufgefordert gebracht und gezeigt, wo es Strom gab.

Als ich z.B. das lange Stromkabel verlegt habe, hat einer der Kellner schon recht genau zugesehen und ich habe peinlich darauf geachtet, dass es nicht im Weg lag. Er war sehr zufrieden. Wir achten ohnehin darauf, dass auf, um und neben der Bühne eben nicht Koffer, Cases und Krempel rumstehen, Kabel so verlegt werden, dass weder Stolperfallen entstehen noch irgendwo unordentliche Kabelhaufen rumliegen. Es soll einfach ordentlich und professionell aussehen.

Als der DJ ankam, haben wir das ähnlich gehandhabt. Wir haben die Zeiten abgesprochen, an denen wir weg sein sollten, geklärt, was wir gemeinsam brauchen und die Frage, ob wirklich zwei Anlagen nötig seien, lag ja quasi in der Luft. Als der DJ seine dickere Anlage anbot, haben wir natürlich nicht gezögert. Wichtig dabei war für ihn, dass wir auch nur mit zwei von unseren Kabeln in sein Geraffel mussten. Das war für alle Beteiligten einfach. Nachdem wir uns darauf geeinigt hatten, nur seine Anlage zu benutzen, haben wir drei ihm Einzelkämpfer natürlich auch beim Ausladen geholfen. Und als der Sound dann gut war, habe ich seine Anlage natürlich in höchsten Tönen gelobt. Wir hatten die Übergabe der Bühnenfläche für halb acht vereinbart. Fünf vor halb acht war alles für ihn geräumt und er konnte sofort aufbauen. Dabei habe ich ihm noch mit ein paar Kabelbindern ausgeholfen.

Nach dem Gig haben wir uns auch beim DJ und bei den Leuten vom Personal bedankt, mit denen wir zu tun gehabt haben. Der Zauberspruch muss einfach sein: "Das Personal ist unser Freund." Das bedeutet nicht, dass man alles hinnehmen muss und rechtlos ist. Man kann seine Wünsche auch freundlich vortragen und dabei möglichst sachlich begründen. Wenn das Personal merkt, dass da niemand den (Möchtegern-)Rockstar raushängen lassen will und man die Bedürfnisse des anderen versteht und berücksichtigt, ist man eben kein zusätzlicher Stressfaktor sondern schon fast Kollege.

Viel mehr lässt sich wohl nicht machen.

Gruß

erniecaster




verfasste Antworten:



Dieser Beitrag ist älter als 3 Monate und kann nicht mehr beantwortet werden.