Re: (Gitarre) Linkshänder mit Rechtshänder-Gitarren
[ verfasste Antworten ] [ Thread-Anfang ] [ Aussensaiter-Forum ]
Beitrag von Smeller vom Mai 04. 2006 um 20:16:14:
Als Antwort zu: (Gitarre) Linkshänder mit Rechtshänder-Gitarren geschrieben von Friedlieb am Mai 02. 2006 um 19:15:16:
ersteinmal ein ernst- und liebgemeintes Hallo an die ehrenwerte Aussensaitergemeinde. Lese schon seit mehreren Monaten mit, allesamt sehr interessant.
In meiner Vorstellung nun auch der Grund, warum ich hier auch mal meinen persönlichen Senf dazu geben darf: 35, Linkshänder, spiele seit 15 Jahren Gitarre ganz passabel (will sagen: es reicht mir :-I) und zwar ausschließlich Wolf Maahn/Dick Dale-gleich als Linkshänder auf normalen Rechtshändergitarren. (tiefe E-Saite unten) Mittlerweile in meiner Coverrock-Band.
Das hatte damals, als ich mir die ersten Griffe alleine in einem Zeltlager beigebracht habe, nur praktische Gründe: Ich muss halt nicht immer meine eigene Gitarre mitbringen, um ein paar Akkorde zu dreschen. Und so habe ich mir mein erstes E-Moll selbst beigebogen.
Hätte mir doch damals einer mit der Schippe auf den Kopp gehauen. Denn außer, das man doch von Gitarristen-Kollegen als Exot teils gelobt, teils belächelt wird, und eben diese "Ich kann auf jeder Gitarre außer auf echten andersrumgespannten Linkshänder-Klampfen spielen" gibt es keine nennenswerten Vorteile:
Ich will mal meine persönlichen Nachteile mit dieser, ja nennen wir es ruhig Spielweise, aufzählen:
Man kann keine Lefthandgitarren anspielen, sondern im Laden nur das jeweilige Rechtshändermodell. Muss dann die Leftie in treu und glauben kaufen. Weil: Kein Händer spannt die Saiten dafür extra um. (die Saitenführung am Hals muss ja auch umgedreht, bzw. ausgefeilt werden
Akustikmodelle mit Cutaway bedürfen Umbaumaßnahmen. (Bundreinheit durch den schrägen Steg)
Der Ton: Bei normalem Spiel macht der Gitarrist Down-Strokes Ich auch. Bloß bei mir klingen erst die hohen Saiten, dann erwartungsgemäß die Tiefen. Teilweise klingen so volle Akkorde EXTREMST breiig. Ist ja auch klar. Auch bei vielen Powerchords hört man hier den Unterschied. Ihr könnt es ja mal mit heftigen Up-Strokes simulieren.
Und ganz besonders: Techniken, die Rechtshändergitarristen bei ihren Solos anwenden, sind nicht nachvollziehbar, ja garnicht spielbar. Hammer-Pulloff-Bendings im Hohen E-Saiten-Bereich gehen so schon mal garnicht, wenn man erst über 4 bis 5 Saiten greifen muss.
Abgucken bei Rechtshändern? Schon mal garnicht. Jeder einigermaßen seltene Akkord muss mühsamst "umgebaut" werden. (Bei meinem offenen G-dur greife ich die Hohe E-Saite mit dem DAUMEN!
Schade, aber ich sag ja: Die Schippe hätte es vielleicht gerichtet.
Schönen Gruß an Kilian von mir. Lefthand auf jedenfall. Ist keine Krankheit sondern eine persönliche Eigenschaft. Aber die Saiten auf keinen Fall umspannen. Dann lieber den Nachteil in Kauf nehmen, immer seine Gitarre mitnehmen zu müssen. Sein Gitarrespiel wird es ihm irgendwann danken.
Vielleicht komme ich ja auch mal auf einer Session vorbei. Wäre ja mal was.
Schön'n Abend noch von mir an Euch.
verfasste Antworten:
Dieser Beitrag ist älter als 3 Monate und kann nicht mehr beantwortet werden.
|